Masern-Impfung Mögliche Nebenwirkungen

Welches Risiko haben nicht Geimpfte?

Heutzutage bekommen sie die sogenannten Kinderkrankheiten häufig erst in höherem Lebensalter. Dann sind sie oft gefährlicher - es treten mehr Komplikationen auf. Mumps zum Beispiel kann Jungen und Männer unfruchtbar machen. Gefährdet sind aber auch ganz kleine Kinder. So schlägt die SSPE vor allem bei Kindern zu, die sich schon vor ihrem zweiten Geburtstag mit Masern angesteckt haben, hat der Würzburger Virologe Benedikt Weißbrich herausgefunden.

Wie stark sind die Nebenwirkungen?

Jede Impfung kann zu den typischen Impfreaktionen führen. Relativ häufig wird die Einstichstelle dick oder schmerzt. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind dagegen sehr selten. Manche Impfstoffe, wie der gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR), enthalten lebende Viren. Diese sind abgeschwächt, lösen aber in einem von 50 Fällen eine milde Form der Krankheit aus, vor der sie schützen sollen. Diese führt aber fast nie zu schweren Komplikationen. Die meisten Impfstoffe enthalten keine lebenden Erreger mehr - etwa gegen Tetanus, Diphtherie, Grippe oder Hepatitis B. Ihre Nebenwirkungen sind noch geringer.

Gibt es anerkannte Impfschäden?

Ja. Für sie erhält der Impfling eine Entschädigung. Dafür reicht es, wenn der Zusammenhang zwischen den Komplikationen und der Impfung möglich ist - er muss nicht belegt sein. Daher lässt sich aus den anerkannten Impfschäden nur begrenzt auf die Zahl der tatsächlichen Komplikationen schließen. Diese waren früher deutlich häufiger und traten vor allem nach Impfungen gegen die mittlerweile ausgerotteten Pocken, Tuberkulose und nach der heute nicht mehr verwendeten Schluckimpfung gegen Polio auf. Meldungen nach MMR-Impfungen machten zwischen 1972 und 1999 weniger als ein Prozent aus. In den 1990er-Jahren wurden insgesamt 389 Impfschäden anerkannt.

Wie gefährlich sind die Beistoffe?

Früher gab es Bedenken gegen den quecksilberhaltigen Konservierungsstoff Thiomersal. Dieser ist inzwischen verboten. Weiterhin enthalten sind Spuren von Aluminiumsalzen, Antibiotika, Desinfektionsmitteln und Hühnereiweiß, die bei der Herstellung in die Impfstoffe gelangen. Die Aluminiumsalze können zu lokalen Abwehrreaktionen führen. Das Hühnereiweiß kann Menschen gefährlich werden, die allergisch dagegen sind.

Führen Impfungen zu Allergien?

Daten sprechen gegen diese Behauptung, betont Erika von Mutius von der Universität München. So gab es in der DDR eine Impfpflicht, aber kaum Allergien.

Überfordern Mehrfachimpfungen den Körper?

"Der Körper ist es gewöhnt, mit Hunderten Erregern gleichzeitig zurechtzukommen", sagt der Kinderarzt Terhardt. Zudem hätten die Mehrfachimpfstoffe einen unschlagbaren Vorteil: "Es gibt schlicht weniger Stresstermine beim Kinderarzt."