Alkohol und Kater Aus der Ausnüchterungshölle

Der Nächste bitte Ein Hoch auf den Alkohol?

(Video: sde, Foto: dpa)

Geht wilde Zecherei immer mit einem Kater einher? Wen trifft es am härtesten? Und welche Getränke sind besonders gefährlich? Was Sie vor, während und nach der Feierei wissen sollten.

Von Berit Uhlmann

Spätestens nach acht Gläsern Alkohol hat fast jeder einen Kater. Der Jammer beginnt etwas sechs bis acht Stunden nach dem Alkoholkonsum und kann bis zu 24 Stunden lang dauern. Neben der reinen Alkoholmenge gibt es aber noch weitere Faktoren, die beeinflussen, wie sich der Morgen nach heftiger Feierei anfühlt. Fragen und Antworten zum Hangover.

Gibt es Menschen, die nie einen Kater bekommen?

Etwa ein Viertel aller Menschen scheint verschiedenen Studien zufolge gegen den Kater resistent zu sein. Glückspilze? Nicht unbedingt. Denn der Kater ist ein mächtiges Warnsystem des Körpers. Funktioniert es nicht, kann dies ernsten Alkoholproblemen Vorschub leisten. Als US-Forscher die Schicksale von 134 feierfreudigen Collegestudenten über mehrere Jahre verfolgten, zeigte sich, dass die Studenten mit Morgensymptomen später weniger Alkoholprobleme entwickelten als die katerfreien Menschen.

Wer bekommt am ehesten einen Kater?

Abgesehen von den resistenten Trinkern verteilt sich der Kater recht gleichmäßig: Er trifft Männer genauso wie Frauen, ältere ähnlich wie jüngere. Es gibt aber Hinweise, dass psychologische Faktoren seine Entstehung begünstigen. Menschen, die aus Frust oder Verärgerung trinken, depressive Symptome zeigen oder Schuldgefühle wegen ihres Alkoholkonsums entwickeln, erleben mit größerer Wahrscheinlichkeit einen üblen nächsten Morgen.

Keine signifikanten Auswirkungen hat laut einer dänischen Studie das Verhalten während einer Partynacht. Zwar waren einige der Probanden zerknirscht über Entgleisungen wie Fremdgehen oder Streitereien, auf die Schwere ihrer Katersymptome wirkten sich diese Geschehnisse aber nicht aus.

Wer bekommt welche Symptome?

Der eine dreht unter Alkoholeinfluss auf, der andere lümmelt müde in der Ecke. Am nächsten Tag fühlen sich beide schlecht. Doch es scheint so zu sein, dass jene, denen Alkohol Energie und Euphorie verleiht, am nächsten Morgen die entgegengesetzten Symptome erleiden: Müdigkeit und Schwäche. Menschen, die Alkohol eher träge macht, reagieren dagegen am Folgetag eher mit Unruhe, Herzrasen oder Schwitzen.

Welche Getränke fördern den Katzenjammer?

Neben dem reinen Alkoholgehalt entscheiden höchstwahrscheinlich auch Zusatzstoffe wie Methanol, Fuselöle oder Tannine über die Verträglichkeit der Drinks. Rotwein, Whisky, Cognac und Tequila enthalten deutlich mehr davon als Wodka oder Gin. So hat Bourbon 37 Mal so viele Zusatzstoffe wie Wodka. Während in einer Studie jeder dritte Whisky-Trinker einen Kater bekam, traf es bei gleicher Trinkmenge nur drei Prozent aller Wodka-Konsumenten.