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Anzeichen des Alkoholimus:Bin ich Alkoholiker?

Leberzirrhose, Krampfanfälle, Entzugssymptome, Kontrollverlust: Dies sind die Anzeichen des Alkoholismus. Wo die Alkoholsucht anfängt und wie Sie sie frühzeitig erkennen.

Kann man etwas gegen das tägliche Feierabend-Bier einwenden? Unter Umständen schon, denn es kann der Sucht den Weg ebnen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abhängigkeit.

Ab wann wird der Alkoholkonsum gefährlich?

Harmloses Trinken gibt es nicht. Ärzte sprechen stattdessen vom risikoarmen Konsum. Grob gesagt liegen die Grenzen bei täglich etwa einem kleinen Glas Bier, Wein oder Likör für Frauen. Männer dürfen das Doppelte trinken. ( Mehr dazu hier). Wer unter diesen Grenzwerten bleibt, ist relativ sicher. Dennoch kann auch täglicher niedriger Konsum, vor allem wenn er zur Entspannung oder Problemlösung unverzichtbar wird, den Weg in die Abhängigkeit bereiten.

Gefährlich wird es, wenn Menschen die empfohlene Menge immer häufiger überschreiten. Sind noch keine Organschäden aufgetreten, sprechen Mediziner von riskantem Konsum.

Trinken Menschen weiter, hinterlässt der Alkohol irgendwann Schäden an Organen und Nervensystem. "Das kann eine Leberverfettung, eine Leberzirrhose oder eine Vernarbung der Leber sein, Störungen der Bauchspeicheldrüsenfunktion, Nervenzellschäden, Krampfanfälle, eine Verminderung der Gehirnfülle, oder auch Depressionen", sagt Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie der Berliner Charité. In diesem Stadium sprechen Ärzte von schädlichem Gebrauch. Früher wurde es auch Missbrauch genannt.

An letzter Stelle steht die Abhängigkeit. "Zusätzlich zu den alkoholbedingten Schäden, definiert die WHO Abhängigkeit anhand von fünf wesentlichen Kriterien", sagt Andreas Heinz:

  • Die Gewöhnung: Der Körper gewöhnt sich an den Alkohol, man verträgt immer größere Mengen.
  • Entzugssymptome: Wird der Alkohol plötzlich weggelassen, gerät der Körper aus dem Gleichgewicht. Es folgen Entzugssymptome wie Schwitzen, Zittern, Unwohlsein, im Extremfall ein Herz-Kreislauf-Zusammenbruch oder Krampfanfälle.
  • Ein starkes Verlangen nach Alkohol, das das ganze Denken und Handeln des Betroffenen bestimmt.
  • Kontrollverluste: Betroffene verlieren die Selbstkontrolle, sie können die Trinkmenge nicht mehr begrenzen.
  • Der Verlust anderer Interessen.
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