Stiftung Warentest bewertet Mobilfunknetze Wo man am schnellsten surft

Mehr Nutzer, mehr Gespräche, mehr Daten: In den Handynetzen wird es immer voller. Stiftung Warentest zeigt, welche Mobilfunkbetreiber für den Ansturm gerüstet sind - und welche Unterschiede es beim mobilen Internet zwischen Stadt und Land gibt.

Zwei Wochen lang fuhr das Messfahrzeug der Stiftung Warentest durch Nord und Süd, Ost und West. Kontinuierlich baute es Sprach- und Datenverbindungen auf und maß dabei die Netzverfügbarkeit und die Qualität beim Telefonieren und beim mobilen Internet. Erfreuliches Ergebnis: Regelrechte Funklöcher treten im Test nur selten auf. Wenn Verbindungsversuche scheitern, liegt es eher daran, dass sie vom Netz blockiert wurden, etwa weil es bereits ausgelastet ist. Insgesamt zeigt die Telekom die beste Netzverfügbarkeit. Auf dem Lande scheitern bei E-Plus etwas mehr Verbindungsversuche als bei den anderen. Doch groß ist der Abstand zwischen den Konkurrenten nicht. Und auch bei der Sprachqualität zeigten alle vier Netze fast durchweg ein ordentliches Niveau.

Telefonieren mit dem Handy: Nicht alle Mobilfunknetze überzeugen bei der Leistung.

(Foto: dpa)

Telekom-Netz mit den schnellsten Downloads

Anders ist die Lage, wenn es per Mobilfunk auch ins Internet gehen soll. Hier zeigt der Test erhebliche Unterschiede. So sind auf dem Land die Datenverbindungen deutlich langsamer als in Städten. Schließlich lohnt es sich für die Anbieter in Regionen mit mehr potenziellen Kunden einfach mehr, in den Ausbau ihrer Netze zu investieren. Spannender ist der Vergleich der Anbieter untereinander: Hier liegen Telekom und Vodafone klar vorn, E-Plus bildet mit großem Abstand das Schlusslicht. Beim Herunterladen großer Dateien bietet das Telekom-Netz die höchsten Datenraten. Doch auch Vodafone und O2 bieten selbst auf dem Land teilweise noch durchschnittliche Datenraten auf dem Niveau eines DLS-2000-Anschlusses. Das erreicht das E-Plus-Netz nicht: Selbst in Ballungsgebieten ist es noch deutlich langsamer als die Anderen auf dem Lande.

Vodafone-Netz ist am besten fürs Surfen optimiert

Etwas anders sieht das Ergebnis beim Surfen im Web aus: Hier ist besonders auf dem Land das Vodafone-Netz schneller als alle anderen. So braucht Vodafone auf dem Land nur zehn Sekunden, bis sich eine Standard-Webseite komplett aufgebaut hat. Telekom und O2 benötigen hier 16 Sekunden. Auch beim Surfen ist das E-Plus-Netz mit durchschnittlich 37 Sekunden Ladezeit auf dem Land und immer noch lahmen 24 Sekunden in Ballungsgebieten mit Abstand am langsamsten. Damit ist das E-Plus-Netz zumindest für DSL-verwöhnte Notebook-Nutzer nur bedingt geeignet. Fürs weniger datenintensive Surfen mit dem Smartphone mag es in Großstädten noch reichen, doch auch Smartphone-Nutzer surfen schneller mit Telekom, Vodafone oder O2.

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