Private Krankenversicherung Nicht jeder kommt rein

Die Beiträge sind - zumindest am Anfang - niedriger, die Leistungen oft umfangreicher. Privatversicherte gelten oftmals als Patienten erster Klasse. Doch wer von einer privaten Krankenkasse aufgenommen werden will, muss klare Voraussetzungen erfüllen. Ein Überblick.

Von Katarina Lukac

Ein dickes Bankkonto ist, entgegen der weitläufigen Meinung, nicht immer eine Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der privaten Krankenversicherung. Bei Selbständigen und Beamten spielt die Höhe des Einkommens keine Rolle. Außerdem können sich Studenten auf Wunsch von der gesetzlichen Pflichtversicherung befreien lassen (oder bis zum 25. Lebensjahr aus der gesetzlichen Familienversicherung aussteigen) und sich ebenfalls auf Wunsch privat versichern.

Allein Arbeitnehmer müssen die jährliche Jahresarbeitsengeltgrenze von derzeit 50.850 Euro übertreffen, um sich privat versichern zu können - andernfalls müssen sie sich automatisch gesetzlich pflichtversichern. Auch privat versicherte Arbeitnehmer, die plötzlich wieder weniger verdienen, oder arbeitslos werden, trifft erneut die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung.

In solchen Fällen ist es sinnvoll, bei der privaten Kasse einen günstigen so genannten Optionstarif beizubehalten, der im Falle einer späteren Rückkehr einen weiteren Gesundheitscheck erspart. Auch gesetzlich Versicherte und deren innerhalb der Familienversicherung abgesicherte Angehörige können einen Optionstarif abschließen, der nach Ablauf der Optionsfrist auch dazu berechtigt, eine Zusatzversicherung bei demselben Versicherer ohne neuerlichen Gesundheitscheck abzuschließen.

Für die meisten Versicherten führt der Weg in eine private Versicherung jedoch in eine Einbahnstraße: Arbeitnehmer können lediglich im Fall einer Lohnkürzung von der privaten Versicherung in die gesetzliche zurückkehren. Selbständige kommen unabhängig davon, ob ihr Einkommen unter 50.850 Euro sinkt, nicht ohne weiteres zurück in die gesetzliche Versicherung.

Wer 55 Jahre alt ist, kann grundsätzlich nicht mehr zurück - selbst im Falle einer Arbeitslosigkeit. Damit soll Missbrauch vorgebeugt werden, da Versicherte andernfalls jahrelang von einem günstigen Tarif in der privaten Versicherung profitieren könnten, bevor sie im Alter - ausgerechnet dann, wenn sie die größten Gesundheitskosten verursachen - in die gesetzliche Kasse zurückkehren.