Indien braucht Öl. Iran hat welches. Da die USA die direkte Bezahlung der Lieferungen aus politischen Gründen verhindern, fließt das Geld indirekt über Europa - und die Bundesbank.
Die Deutsche Bundesbank hat mit Billigung des Bundeswirtschaftsministeriums einen Milliardendeal für Indien ermöglicht, der zumindest iranischen Regime-Gegnern sauer aufstoßen dürfte. In dem Fall geht es um iranische Öl-Lieferungen an Indien, die über Deutschland bezahlt wurden, wie das Handelsblatt am Montag berichtete.
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Indien kann das Öl aus dem Iran nicht auf direktem Wege bezahlen. Also wählt das Land einen Umweg über die Europäisch-Iranische Handelsbank und die Deutsche Bundesbank. (© AP)
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Im Mittelpunkt steht die in Hamburg ansässige Europäisch-Iranische Handelsbank (EIHB). Sie gilt Iran-Kritikern als Helfer für den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad beim Aufbau des dortigen Atom- und Raketenprogramms. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte sieht das Institut als wichtiges Unterstützungsinstrument für die iranische Führung. Die USA hatten die EIHB im vergangenen Herbst auf eine schwarze Liste gesetzt - die Bundesregierung hingegen nicht.
Indien sucht seit längerem nach Wegen, um Zahlungen für Öllieferungen des Iran begleichen zu können, denn über regionale Zentralbanken darf das Land dies auf Druck der USA hin nicht mehr tun. Der Iran ist der zweitgrößte Öllieferant Indiens und verschifft Öl im Wert von jährlich zwölf Milliarden Dollar in das asiatische Land. Bei der Suche nach Alternativen stießen Iran und Indien auf die Möglichkeit, die Transaktion erst über die Bundesbank und dann über die EIHB abzuwickeln.
Die Bundesbank wollte sich auf Anfrage nicht äußern, in Finanzkreisen heißt es jedoch, das Institut sehe sich als ausführendes Organ. Solange die EIHB nicht auf die schwarze Liste gesetzt worden sei, müsse man jede Zahlung weiterleiten - in diesem Fall Zahlungen der indischen Regierung an die EIHB.
In Regierungskreisen wurde bestätigt, dass die zuständigen Regierungsstellen unter Federführung des Wirtschaftsministeriums eine solche Transaktion nach langen Prüfungen gebilligt hätten. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wickelt die EIHB nach derzeitigem Kenntnisstand keine Finanztransaktionen ab, die unter Sanktionsbeschlüsse fallen. Auch stehe das Institut auf keiner Sanktionsliste.
"Das ist eine sehr strenge Aufsicht"
"Über die Aufnahme einer Bank auf die Sanktionsliste entscheidet auch nicht die Bundesregierung, sondern der Rat der Europäischen Union", sagte eine Ministeriumssprecherin. Voraussetzung sei, dass Zahlungen in Verbindung mit dem umstrittenen Atomprogramm des Iran stünden. "Die EIHB unterliegt einer strengen und fortlaufenden Kontrolle durch die deutschen Überwachungsbehörden", unterstrich sie.
Nach den Worten von Regierungssprecher Steffen Seibert muss jede Zahlung über die Bank ab 10.000Euro gemeldet und jede Zahlung über 40.000 Euro genehmigt werden. "Das ist eine sehr strenge Aufsicht, unter der diese Bank arbeitet", sagte Seibert.
Generell sei man darauf bedacht, dass die Sanktionsbeschlüsse der Vereinten Nationen und der EU gegen den Iran strikt angewendet würden. Wenn aber die Voraussetzungen für solche Strafmaßnahme nicht vorlägen, fehle die Rechtshandhabe dafür.
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(SZ vom 29.03.2011/ema/pak)
Wirbel um Obama-Biographie
Hier handelt es sich um ein ganz legales Geschäft. Sogar die US Regierung hat über Israel sehr gerne Geschäfte mit dem Iran gemacht. Der Skandal hiess damals Iran-Kontra-Affäre. Und das war eine republikanische Administration im Weissen Haus.
Wäre alles illegal wäre natürlich die Schweiz die erste Anlaufstelle gewesen. Also mein Lieber: Keine Konkurrenz.
ûbrigens: Will die Schweiz nicht Gaddhafi aufnehmen?
Zitat: "cj_calva schreibt Soso... Aber dick auf die Schweiz zeigen, laut brüllen und ganz per Zufall vergessen, vor der eigenen Türe zu wischen... "
... vor der eigenen Tür ist doch sauber ?!
Zitat: "Wie wär's mit dem Vorschlag Münteferings, dass man in "solche Länder militärisch einmarschieren sollte". Eine gute Idee, denn als Deutschland noch von den Siegermächten regiert wurde, hielt sich Deutschlandzumindest an internationale Verträge."
... wenn mit "solchen Ländern" die Schweiz gemeint sein sollte: dürfen wir das als Einladung betrachten ?
Was hanem Sie bloß immer mit internationalen Verträgen ? Hat jemand Klage erhoben ? und wenn ja, weswegen ?
Dachte ich mir, Schweigen im Walde.
Und wo genau ist jetzt das Problem?
Bzw: Der Skandal ist doch, dass der Iran sein Öl nicht selbst direkt an Indien verkaufen kann/darf...
Denn die, die v.a. darunter leiden, sind die Zivilisten im Iran. Der politischen Führung geht s gut, die haben Geld und denen sind Sanktionen ziemlich egal...
Soso...
Wenn ich es richtig verstehe, dann übernimmt die EIHB das Clearing für Rechnungen, die der Iran an Indien stellt. Clearing mit Schurkenstaaten? Da war doch was.. ah, ja. Bergier Report, Band 3, "Der Zahlungsverkehr der Schweiz mit den Achsenmächten", Zweiter Weltkrieg, genau. Wischen ist wichtig!
Im Übrigen, die Sanktionen der EU und deren Richtlinien (Meldegrenzen sind auch im Text genannt) bestehen, nur die Schweiz macht nicht mit.
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/EU-verschaerft-Sanktionen-gegen-Iran--Schweiz-macht-nicht-mit/story/31860548
Liegt vielleicht daran, dass die grössten Benzinimporteure nach Iran (ja, tatsächlich, Iran muss Destillate importieren) in der Schweiz sitzen. Z.B. Vitol, Genf oder Glencore, Baar oder Trafigura, Luzern.
Sehr geehrter Carl Jürgen, bevor Sie hier jetzt wieder Ihren possierlichen Beissreflex zur Schau stellen, vielleicht noch ein Hinweis, der Wert ist, gelesen zu werden und unverdächtig jeder Germanischen Einmischung, Drohung, Kavallerie und sonstigem Schmarrn:
http://www.seco.admin.ch/themen/00513/00620/00622/02048/index.html?lang=de
Also, gleiches Handling für Clearing mit Iran in der Schweiz, wie in der EU. Gewischt werden muss überall, meinen Sie nicht?
Aber dick auf die Schweiz zeigen, laut brüllen und ganz per Zufall vergessen, vor der eigenen Türe zu wischen...
Wie wär's mit dem Vorschlag Münteferings, dass man in "solche Länder militärisch einmarschieren sollte". Eine gute Idee, denn als Deutschland noch von den Siegermächten regiert wurde, hielt sich Deutschlandzumindest an internationale Verträge.