Abrechnung der Nebenkosten Nachzahlen, bitte!

Illustration: Stefan Dimitrov

Viele Mieter bekommen in diesen Tagen die Nebenkostenabrechnung für 2013 zugeschickt. Nicht selten wird das teuer. Bevor sie zahlen, sollten sie aber ein paar wichtige Angaben überprüpfen.

Von Berrit Gräber

Jahresendspurt für die zweite Miete: Millionen Mieter bekommen in diesen Wochen noch ihre Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2013. Für einen Großteil ist die Post vom Vermieter wieder unerfreulich. Nachforderungen von ein paar Hundert Euro sind in diesem Jahr keine Seltenheit, wie Ulrich Ropertz erklärt, Sprecher des Deutschen Mieterbunds in Berlin. Die einzige Ausnahme: Wer mit Öl heizte, kann sich über eine Entlastung freuen. Denn der Ölpreis sank 2013 um sechs Prozent. Wer dagegen Gas und Fernwärme hat, zahlt meist wieder drauf. "Erst bei der Abrechnung für 2014 gibt es wohl seit Langem wieder mal Geld zurück für alle", betont Ropertz. Der milde Winter und vergleichsweise moderate Energiepreise machen es möglich.

Nicht einfach zahlen, sondern erst nachrechnen

Denen, die für 2013 noch einmal nachzahlen müssen, hilft die Aussicht auf bessere Zeiten aktuell aber nicht. Viele Mieter mussten schon im Jahr zuvor kräftig nachschießen. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung beispielsweise mussten Mieter 2012 3062 Euro für Nebenkosten hinblättern. Das hat der Mieterbund ermittelt. Dieser Betrag dürfte für 2013 meist nicht mehr reichen. Ropertz' Rat: nicht einfach zahlen, sondern erst nachrechnen. Etwa jede zweite der jährlich über 21 Millionen Betriebskostenabrechnungen ist nach Einschätzung der örtlichen Mietervereine falsch, unvollständig oder schlicht nicht nachvollziehbar.

Nicht nur private Vermieter, sondern auch die Profis in den Hausverwaltungen leisten sich demnach immer wieder Schnitzer beim Abrechnen. Oft schleichen sich Posten in die Kostenauflistung, die gar nicht umgelegt werden dürfen. Oder es hakt bei Fristen, Verteilerschlüsseln, beim korrekten Anrechnen von Modernisierungskosten. "Das Recht rund um die Betriebskosten ist kompliziert", sagt Ropertz. Dass da so manches schiefgeht, deckt sich auch mit den Erfahrungen von Norbert Schönleber, Mietrechtsexperte der Deutschen Anwaltsauskunft.

Wer unerwartet viel für 2013 nachzahlen muss, sollte seine alte Abrechnung vom Jahr davor heraussuchen und vergleichen. Zu prüfen ist, welche Posten sich überdurchschnittlich verteuert haben und welche konstant geblieben sind, rät Ropertz. Dafür haben Mieter allerdings nur etwa vier Wochen Zeit. Wer Ausreißer findet oder etwas nicht versteht, sollte sich mit seinem Vermieter in Verbindung setzen und notfalls Einsicht in die Originalbelege fordern. Nur dann können Mieter die Nachzahlung bis zur Klärung zurückhalten. "Wer sich nicht bald äußert, muss bezahlen", warnt Ropertz.

Auch der Vermieter muss sich an Fristen halten: Er hat zwölf Monate Zeit, um die Jahresabrechnung vorzulegen. In der Regel muss er damit bis zum Jahresende fertig sein. Bekommt der Mieter die Auflistung erst im 13. Monat oder noch später, hat er Glück. Er muss Nachforderungen dann nicht mehr bezahlen. Ein Mieter-Guthaben verfällt nicht.

Kontrollieren lohnt. Für 2013 kann es um viel Geld gehen. Vieles wurde teurer. In zahlreichen Städten und Kommunen zog die Grundsteuer nach oben, zusätzliche Kosten für die Legionellenüberprüfungen beim Warmwasser oder Wartungskosten für Rauchmelder kommen hinzu. Die Kosten für Heizung und Warmwasser sind der dickste Brocken, der etwa 65 Prozent aller Betriebskosten ausmacht. "Wenn sich da etwas beim Verbrauch oder beim Energiepreis bewegt, macht sich das sofort bemerkbar", so Ropertz. Grundsätzlich gilt: Mieter müssen nur die Betriebskosten zahlen, die auch im Mietvertrag vereinbart wurden, wie Anwalt Schönleber betont. Haben gestiegene Heizkosten die Abrechnung verteuert, lasse sich wenig dagegen ausrichten.