Strategiewechsel bei Nintendo Super Mario fürs Smartphone

Von NES bis zur Wii U: Nach mehreren Jahrzehnten hüpft Nintendos Klempner Super Mario auch auf Smartphones herum.

(Foto: Nintendo / PR)
  • Nintendo will die Spiele um Super Mario und Co. künftig auch für Smartphones und Tablets entwickeln.
  • Bislang tauchten Nintendos Spielfiguren exklusiv auf den eigenen Konsolen auf. Allerdings stagnieren seit Jahren die Hardware-Verkäufe des Konzerns.
Von Matthias Huber

Er hüpfte jahrelang durch Dutzende Spiele auf Nintendo-Konsolen, vom NES bis zur Wii U, vom Gameboy bis zum 3DS: Der rotbemützte Klempner Super Mario ist Nintendos Markenzeichen. Und der japanische Spielehersteller achtete immer darauf, dass Mario niemals auf anderen Spieleplattformen auftaucht.

Bis jetzt. Erstmals sollen die Geschichten um Mario und dessen Bruder Luigi, Pokémon, den Affen Donkey Kong oder Prinzessin Zelda und den Abenteurer Link auch auf Smartphones und Tablets stattfinden. Dafür tut sich Nintendo mit dem Internet-Konzern DeNA zusammen, dem Betreiber einer der populärsten Online-Spiele-Plattformen in Japan. Sie wollen gemeinsam einen Online-Dienst einrichten, der auf allen möglichen Geräten vom PC bis zu Spielekonsolen laufen und voraussichtlich Ende 2015 mit einem Abo-Angebot an den Start gehen soll.

Im Januar stellte der Spielekonzern seinen Online-Service "Club Nintendo" ein. Dort konnten Nutzer gekaufte Spiele registrieren und damit Bonuspunkte verdienen, die sich beispielsweise für kostenlose oder günstigere Fanartikel eintauschen ließen.

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Warnendes Beispiel: Sega

Der Schritt zu mobilen Spielen ist für Nintendo überfällig. Branchenexperten warnen Nintendo seit Jahren davor, das Potential von Smartphones als Spieleplattform zu unterschätzen. Die aktuelle Hardware-Generation, die Heimkonsole Wii U, hat ohnehin mit mäßigen Verkaufszahlen zu kämpfen: Seit November 2012 verkaufte Nintendo davon weltweit nicht einmal zehn Millionen Geräte, von der ein Jahr jüngeren Playstation 4 steht bereits mehr als die doppelte Anzahl in den Wohnzimmern.

Warnendes Beispiel für Nintendo dürfte der Hardware-Hersteller Sega sein. Dessen Spielekonsolen waren in den 80er und 90er Jahren Hauptkonkurrent für NES und Super NES. Bis er 1998 mit der Dreamcast eine für damalige Verhältnisse technisch aufwändige Konsole auf den Markt brachte - und grandios scheiterte. Die Folge: 2001 gab Sega das Hardware-Geschäft auf und lizensierte seine bekannteste Spielfigur, den blauen Renn-Igel Sonic, auch für die Konsolen der Konkurrenz.

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So weit soll es für Nintendo nicht kommen. Deshalb betont Nintendo-Chef Satoru Iwata auch, dass die Mobile-Marios und Handy-Zeldas nicht als Anzeichen einer Abkehr von Nintendo-eigener Hardware verstanden werden dürften. Vielmehr sollen die Spiele mehr Käufer für die Spielkonsolen gewinnen, indem ihnen dort eine "Premium-Version" des "einzigartigen Nintendo-Gameplays" geboten werde.

Wer also mit Mario auf dem Smartphone spielt, soll nach der Vorstellung des Unternehmens schon bald eine Wii U kaufen. Oder in ein paar Jahren eine "NX". Unter diesem Namen entwickeln die Japaner nämlich bereits eine Nachfolgekonsole. Und sie soll nicht das Schicksal der Sega Dreamcast teilen.