Die Vorstellungen sind noch vage, doch die Kritik ließ nicht auf sich warten. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass der Wettbewerb, auch zulasten der Verbraucher, dadurch verzerrt werden könnte, dass sich Unternehmen durch Zahlung besonderer Eintritts- oder Nutzungsgelder einen Vorteil verschaffen, um ihre Angebote schneller als andere an den Verbraucher zu bringen", sagte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CDU) der Süddeutschen Zeitung. Schließlich hätten die Verbraucher für die Nutzung des Internets schon einmal gezahlt. "Sie erwarten dafür, dass sie keine manipulierten Angebote erhalten."
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Entsprechend vorsichtig gibt sich die Deutsche Telekom, die hierzulande die meisten Netze betreibt: "Es geht nicht um Zensur oder die Frage, ob bestimmte Daten überhaupt transportiert werden. Es geht lediglich darum, welche Qualität beim Transport garantiert wird", sagte ein Unternehmenssprecher.
Ebenso wie Verizon in den USA führt aber auch die Deutsche Telekom Gespräche mit Google. Von Ergebnissen sei man noch weit entfernt und auch mit anderen Internetdiensten und Telekommunikationsfirmen in der Diskussionen, betonte der Sprecher - und verwies darauf, dass derzeit gerade einmal drei Prozent aller Internetnutzer die Hälfte des Datenverkehrs verursachen.
Weiße Flecken auf der Landkarte
Das solle niemand bei der Debatte um Netzneutralität vergessen: Wenige verstopften das Netz, aber alle litten darunter. Auch unter solchen Bedingungen würden kleinere Dienste mit neuen Angeboten faktisch ausgebremst.
Die Frage, wer auf deutschen Datenautobahnen Vorfahrt hat, stellt sich noch an anderer Stelle: Neue Glasfaserkabel, die einen schnellen Datenverkehr ermöglichen, gibt es vor allem in großen Städten. Dort lohnt sich die Investition für die Kabelbetreiber, denn dort gibt es viele Internetnutzer - und große Firmen, die höhere Tarife für bessere Netze zahlen.
In ländlichen Regionen gibt es auch in Deutschland noch viele weiße Flecken. Ein Problem, das ihn umtreibe, sei die Frage der Gleichheit in Deutschland, sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, kürzlich in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur. Nicht nur Großstädter sollten solche schnellen Leitungen bekommen. Noch sehe er die Netzneutralität in Deutschland nicht in Gefahr. Aber man müsse schauen, wie unser Netz der Zukunft aussieht.
Lesen Sie hierzu Berichte in der Süddeutschen Zeitung.
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(SZ vom 14.08.2010/joku)
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