Microsofts Suchmaschine Bing integriert künftig den Google-Konkurrenten Wolfram Alpha. Doch der Rivale bleibt nicht tatenlos.
Wie viele Kalorien hat ein Hamburger? Oder wie weit liegen zwei Städte auseinander? Fragen wie diese soll Microsofts Suchmaschine Bing künftig dank einer Partnerschaft mit dem Internet- Dienst Wolfram Alpha direkt beantworten können. Der US-Konzern hat angekündigt, Ergebnisse des britischen Kooperationspartners in den Themenbereichen Ernährung, Gesundheit und Mathematik zu übernehmen.
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Bing und Google: Zwei Konkurrenten punkten mit Kooperationen (© Foto: dpa)
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Die Ergebnisse erscheinen zunächst nur in der US-Version, ein Termin für die weltweite Einführung nannten die Unternehmen nicht. Unterdessen rüstete auch Google seine Suchmaschine auf.
In einem Blog-Eintrag erklärte Microsoft, dass Bing künftig etwa den Nährwert von Lebensmitteln direkt anzeige und den Body Mass Index (BMI) berechne - eine Maßzahl für die Bewertung des Gewichts. Zudem nutzt der US-Konzern künftig Wolfram Alphas mathematische Fähigkeiten, um Formeln berechnen zu lassen.
Google zeigt Statistiken
Wolfram Alpha ist keine klassische Suchmaschine, die Websites mit den passenden Suchergebnissen auflistet, sondern verarbeitet vor allem zahlenbezogene Informationen. Der Dienst versucht, Nutzeranfragen zu interpretieren und mit der passenden Formel die Antwort zu berechnen - die Betreiber sprechen daher von einer "Antwortmaschine". Grundlage ist die Software Mathematica, die der renommierte Wissenschaftler Stephen Wolfram entwickelt hat.
Die Suchmaschine war im Mai an den Start gegangen. Der Betreiber Wolfram Research hatte damals Partnerschaften mit Suchmaschinen als eine Möglichkeit bezeichnet, Geld zu verdienen. Finanzielle Details über die Kooperation mit Microsoft nannten die beiden Unternehmen allerdings nicht.
Google kündigte fast zeitgleich an, bei bestimmten Suchanfragen auf Statistiken der Weltbank zurückzugreifen. Wer etwa nach der durchschnittlichen Kinderzahl von Frauen in Brasilien sucht, erhält neben den üblichen Suchergebnissen die Zahl und eine Kurvengrafik mit der Entwicklung der vergangenen Jahre.
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(dpa/sueddeutsche.de/joku/gal)
Debatte über Urheberrecht
Wettrüsten der Suchmaschinen klingt schon etwas übertrieben und Wolfram Alpha als Google-Konkurrenten zu bezeichnen ist sachlich eigentlich falsch, denn Wolfram Alpha ist wie es später im Text auch richtig erklärt wird keine Universal-Suchmaschine wie Google oder Bing, die Milliarden von Seiten indexiert hat.
Mit Bing ist es aber wieder spannend im Suchmaschinenmarkt geworden und Google hat neben Yahoo einen ernsthaften Konkurrenten bekommen, der technologisch und von der Finanzkraft dem Marktführer das Wasser reichen kann. Und das ist gut so. Denn Monopolstellungen sind immer schlecht für die Kunden. Und im Fall der Suchmaschinen noch problematischer als in anderen Bereichen, denn Suchmaschinen sind das Tor zum Word Wide Web, einer gigantischen Quelle von Daten und Informationen.
Es ist gut, für die Recherche im Web Alternativen zu haben. Bei den Universal-Suchmaschinen, die möglichst alle nur erdenklichen Datenquellen im Web erfassen wollen und zu jeder Suchanfrage gute Treffer liefern wollen, ist es m. E. nur einem finanzstarken Unternehmen wie Microsoft möglich, mit einer neuen Suchmaschine dem Marktführer Google ernsthafte Konkurrenz zu machen. Für spezielle Interessen oder Themengebiete zu denen man im Web Informationen benötigt sind sicherlich auch viele kleine Nischenanbieter unter den Suchmaschinen eine gute Alternative. Die sogenannten vertikalen Suchmaschinen betrachten nur einen Teilbereich des World Wide Web und können mit dieser Strategie häufig bessere Suchergebnisse zu einem bestimmten Themengebiet liefern, als die Großen, die möglichst das gesamte Web nach Daten absuchen.
Die Suchmaschinen müssen nur aufpassen, dass sie nicht überladen. Die Suchergebnisse müssen schnell angezeigt werden und es dürfen auch nicht tausend bunte Gadgets blinken und flimmern, nichts ist nerviger.
Seinerzeit sind unter anderem wegen der schlanken Startseite und der schnellen Trefferanzeige in Scharen von Altavista, Lycos und Yahoo zu Google gewechselt.
Wenn ich nach "Möbelhaus München" suche, weil ich mir neue Möbel kaufen will, brauche ich weder die Aktienkurse der letzten 50 Jahre von Münchner Möbelhäusern noch die durchschnittliche Altersverteilung bei deren Kunden nach EMNID.