Mark Zuckerbergs Lobbyarbeit Die mächtigen Freunde des Facebook-Chefs

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will Lobbyisten für Nachwuchs sorgen lassen.

(Foto: AFP)

Mark Zuckerberg hat Angst um den IT-Nachwuchs: Er hofft auf neue Talente aus dem Ausland und will nun zusammen mit anderen Managern aus dem Silicon Valley Lobbyisten nach Washington schicken. Diese sollen für eine Lockerung der Einwanderungsgesetze werben.

Von Varinia Bernau

Wenn Mark Zuckerberg von einer Sache etwas versteht, dann davon, wie man Freunde findet. Eine Milliarde Menschen knüpfen inzwischen auf seiner Plattform namens Facebook virtuelle Bande. Aus dem, was der Nerd vor etwa zehn Jahren in einem Internatszimmer in Harvard ausgeheckt hat, ist längst ein riesiges Unternehmen geworden. Mehr als 4600 Mitarbeiter sind damit beschäftigt, dem digitalen Plaudertreff die notwendige Pflege zukommen zu lassen oder besser noch: ihn etwas aufzupolieren. Und Zuckerberg, 28, sorgt sich offenbar, dass ihm dabei bald schon die Talente ausgehen könnten.

Deswegen bricht er nun auf, um sich neue Freunde zu suchen. Mächtige Freunde, versteht sich. Der Jungspund mit dem roten Lockenkopf, der selbst wichtige Termine am liebsten im Kapuzenpulli absolviert, will eine Organisation gründen, die sich für eine Lockerung der amerikanischen Einwanderungsgesetze starkmacht. Bis zu 20 Millionen Dollar soll ihm die Sache wert sein, berichtet der San Francisco Chronicle. Zudem habe er einige Mitstreiter um sich geschart, die noch einmal zwischen zwei und fünf Millionen Dollar beisteuern könnten. Auch ein paar Anregungen zur Bildungspolitik wollen sie den Einflüsterern mit auf den Weg nach Washington D. C. geben.

Zwar hatte Zuckerberg erst kürzlich zum selben Zweck einen Brief aufgesetzt. Den Appell an die Kongress-Abgeordneten, sich stärker dafür einzusetzen, dass der wichtigen IT-Industrie nur nicht die Talente ausgehen, hatten mehrere wichtige Manager aus dem Silicon Valley unterzeichnet: Meg Whitman vom Computerkonzern Hewlett-Packard ebenso wie John Donahoe vom Auktionshaus Ebay und Marissa Mayer vom Internetkonzern Yahoo. Aber natürlich kann es nicht schaden, ein paar Lobbyisten ins Regierungsviertel zu schicken und den Worten noch etwas mehr Gewicht zu geben.

In Sachen solide Ausbildung dient Zuckerberg selbst übrigens nur bedingt als Vorbild: Er hat sein Informatikstudium nach nur zwei Jahren geschmissen, um sein Glück im Silicon Valley zu versuchen. Aber, immerhin, von seinem Vermögen, das er dort gemacht hat und das derzeit auf etwa 35 Milliarden Dollar geschätzt wird, hat er bereits vor zwei Jahren 100 Millionen Dollar an ein Bildungsnetzwerk in New Jersey gespendet. Kurz vor Weihnachten ließ er noch mal Aktien im Wert von fast 500 Millionen Dollar für Bildungsprojekte im Silicon Valley springen. Mit etwas Geld lassen sich Freundschaften eben besser erhalten.