Die Nummer zwei der meistgekauften Nachrichtenangebote ist die Gold-App von sueddeutsche.de. Sie bietet für 1,59 Euro 30 Tage lang den Zugriff auf Inhalte von sueddeutsche.de und der Süddeutschen Zeitung. Die App bietet außerdem die Möglichkeit, die Artikel im heimischen Netzwerk zu laden und unterwegs offline zu lesen - eine Internetverbindung ist dann nicht nötig.
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Es gibt auch eine kostenlose Basic-Version der Apps mit geringerem Funktionsumfang - sie ist derzeit die Nummer eins unter den kostenlosen Nachrichten-Apps. Für beide Varianten, Gold und Basic, gilt laut Apple eine Altersbeschränkung von vier Jahren.
Eine Heft-App aus Hamburg
In der Warteschleife des App-Stores befindet sich auch die App des Nachrichtenmagazins Spiegel. Es soll das aktuelle Heft aufs iPhone bringen - nicht aber den Zugriff auf die Online-Ausgabe ermöglichen. Die sei weiterhin über den Internetbrowser zu erreichen, heißt es aus der Verlagszentrale. Die Spiegel-App sei zunächst kostenlos, der Nutzer zahle dann jedoch pro Heft, das er auf sein iPhone lädt.
In der Hitliste aller schon veröffentlichten Bezahl-Apps rangiert Bild derzeit auf Rang sieben, sueddeutsche.de auf Rang 13. Auch wenn beide Programme noch nicht lange auf dem Markt sind, scheint sich ein positiver Trend abzuzeichnen - der den Erkenntnissen der Marktforschung widerspricht.
Noch im Dezember verwiesen Skeptiker auf eine Umfrage, wonach nur neun Prozent der Online-Leserschaft bereit sei, für Nachrichten Geld zu bezahlen. Dabei geht es nicht um Laufband-News, sondern um anregende Informationen. In Anbetracht der App-Verkäufe müssen mehr als eine Million deutsche iPhone-Nutzer folglich besonders konsumfreudig sein - was angesichts der hohen Kosten, die Apples Telefon dank teurer Mobilfunkverträge verursachen kann, nicht ausgeschlossen ist.
Die Lage ist ernst
Womöglich geben die Verkaufszahlen aber auch Medienforscher Ruß-Mohl recht, der sagt: "Auch ich würde gerne weiterhin gratis online meine Lieblingszeitungen lesen. In Umfragen behauptet jeder, dass er für Online-Content niemals bezahlen würde. Kluge Marktforscher stellen solch blöde Fragen erst gar nicht."
Die Verleger sind auf die Zahlungsbereitschaft angewiesen. Die Lage ist ernst, da bei Werbe- und Stellenanzeigen große Verluste zu verzeichnen sind. Redaktionen werden zusammengelegt oder verkleinert. Als "überlebensnotwendig" hat Wolfgang Fürstner vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) einen Erfolg des Online-Bezahljournalismus bezeichnet.
Auch der Ärger um eine kostenlose Tagesschau-App verdeutlicht, wie hoch der Druck ist, der auf der Branche lastet. Alleine die Ankündigung der ARD, eine App auf den Markt zu bringen, mit dem Nachrichten und Videos von tagesschau.de kostenlos auf das iPhone kommen, hat scharfe Reaktionen hervorgerufen. Der Springer-Verlag sprach in einer Pressemitteilung von "nicht tolerierbarer Marktverzerrung".
Problematisch verzerrt
Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) schaltete sich ein und sagte, der Markt drohe durch die öffentlich-rechtliche App "auf problematische Art und Weise verzerrt" zu werden. NDR-Intendant Lutz Marmor gab sich von der Debatte überrascht: "Eine App ist wie ein Tropfen Wasser im Ozean des Internets", sagte er der Zeit.
Medienforscher Ruß-Mohl hält diese Einschätzung für falsch. Er empfehle den Anbietern von Qualitätsjournalismus "nachhaltig", auf den neuen Markt zu setzen. Der könnte noch attraktiver werden, wenn Apple Ende Januar tatsächlich sein Riesen-iPhone präsentiert. Der Lesekomfort dürfte sich damit noch einmal deutlich erhöhen - und in Verlagen neue Phantasie auslösen.
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(sueddeutsche.de/blg/jja)
Wirbel um Obama-Biographie
Ich kapier gerade nicht, wieso ich für eine App Geld zahlen soll, wenn ich dieselbe Information via Webbrowser mit dem IPhone kostenlos erhalten kann...
Die Printmedien können sich drehen und wenden wie sie wollen, durch Bezahlinhalte machen sie sich nur noch unattraktiver.
Wie sagte jemand vor kurzem so schön?
In der Zeitung steht das, was gestern im Internet stand.
"Bislang finanzierten sich die Online-Nachrichtenportale allein durch Werbung - ein Geschäft, von dem der Münchner Verleger Hubert Burda ein wenig zu despektierlich sagt, es ließen sich damit "nur ein paar lausige Pennies" verdienen."
LOL
.. vielen Dank für ihren Hinweis aber ich kannte den Beitrag.
Zitat: Der Markt wird kleiner, unwiderruflich. Die Frage ist doch: Wie finanzieren wir Qualitätsjournalismus in Zukunft?
Auch in dem von Ihnen genannten Beitrag werden nur Fragen aufgeworfen. Dabei ist die Antwort so einfach. Wer hohen Profit sucht muss spekulieren und wer spekuliert wird irgendwann verlieren. Wie heißt es so schön, die Bank gewinnt immer.... Lach... Siehe Bankenkrise.
Ich verstehe alle Journalisten und die Ängste um den Verlust ihrer Privilegien, sprich Arbeitsplatz. Aber wer hat heute keine Angst vor dem Verlust seiner Privilegien?
Zurück zum Thema, alles was ich ausdrücken wollte steht dort in diesem Beitrag. Journalisten werden ihren Arbeitsplatz verlieren und Verlage ihre Produkte. Übrig wird bleiben, was werthaltig ist. Die Beispiele wurden auch dort benannt. Das Beispiel Gießen ist ein Weg aber noch ohne Qualität, aber das fehlt auch den meisten Beiträgen der SZ. Jahrzehntelang waren Zeitungen ein Milliardenbusiness, heute ist es das Internet. Wer es nicht begreifen will dem sage ich dass die Apps nicht die Lösung des Problems sind.
Lösungen sind beim Verbraucher, beim Konsumenten, beim Nutzer, beim Leser zu suchen. So sind Zeitungen und alle Märkte entstanden.
Wer Lösungen im alteingesessenen, im traditionellen sucht, wird scheitern. Wir fahren auch nicht mehr im Auto der industriellen Gründerzeit. Ausgelutschte Märkte und Profit sind nicht kompatibel und wie in vielen Märkten ist die Phase des Wachstums beendet. Es ist nur an der Zeit zu begreifen das Wachstum eine begrenzte Strategie ist. Die Verlage werden es oder sie werden verschwinden. Der Journalismus nicht.
Danke. Ich denke, das Missverständnis liegt eher auf Seite des Autors, als bei mir:
"Die Nummer zwei der meistgekauften Nachrichtenangebote ist die Gold-App von sueddeutsche.de. Sie bietet für 1,59 Euro 30 Tage lang den werbefreien Zugriff auf Inhalte von sueddeutsche.de und der Süddeutschen Zeitung."
Bei der Beschreibung der App selbst dagegen steht nichts mehr, was reine Print-Inhalte impliziert.
@djmacbest
sie haben da etwas falsch verstanden. die SZ app ist im gegensatz zu der erwähnten spiegel-app NICHT die printausgabe, sondern die selbe wie diese online-version hier. der einzige unterschied ist, daß man sie für 1,50 auch offline ohne browser innerhalb einer app lesen kann. inwieweit man dazu vorher alle artikel einzeln auswählen muss, kann ich nicht sagen, ich hab nur die basicversion getestet. und dafür muss ich die SZ loben. auch die werbeunterstützte version ist sehr gut umgesetzt und ist auf jedenfall ein mehrwert gegenüber dem surfen mit einem mobile-browser.
Paging