Der Blackberry-Hersteller RIM knickt vor der arabischen Welt ein und öffnet seine Server für die Geheimdienste Saudi-Arabiens. Damit schadet das Unternehnmen dem Datenschutz - und seinem eigenen Ruf.
Saudi-Arabiens Regierung hat sich rüde durchgesetzt im Streit um die legendäre Abhörsicherheit des Blackberry: Weil Geheimdienste und Polizei keinen Zugriff auf die in Kanada stehenden Datenserver des Mobiltelefons nehmen konnten, blockierten die Saudis Teile des Blackberry-Dienstes. Begründung: Terroristen könnten mit dem Smartphone Anschläge organisieren, das Gerät gefährde die Staatssicherheit.
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Das ist nur Teil der Wahrheit: Die Saudis wollen mehr als Terroristen abgreifen. Sie wollen auch friedliche Bürger überwachen: Regimekritiker ebenso wie Menschen, die sich mit dem computerartigen Kleintelefon mehr Privatsphäre und Freiheit verschaffen wollen in einer durch strengste soziale Normen reglementierten islamischen Gesellschaft.
Die Ansage an den Hersteller RIM war unmissverständlich: Entweder die Behörden haben Zugriff auf alle verschlüsselten E-Mails, Textmeldungen und anderen Dienste oder der Blackberry ist sehr bald raus aus dem arabischen Geschäft: Ohne E-Mail und Internetzugang wäre das Gerät nicht konkurrenzfähig gegenüber iPhone, Nokia und Konsorten.
Das kanadische Unternehmen hat nun das aus betriebswirtschaftlicher Sicht Naheliegende getan und die Server geöffnet: RIM hätte Marktanteile verloren - erst in Saudi-Arabien, später in den anderen Staaten der Region. Denn auch andere Nahost-Regierungen sehen im Blackberry den Teufel in Handy-Gestalt.
Also dürfte sich das Spiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder im Libanon wiederholen: Die Behörden drohen unverblümt, und die Kanadier geben ungeniert nach. Was gut ist fürs gesamtarabische Geschäft, bleibt eine Schlappe für den Datenschutz.
Lesen Sie hierzu Berichte in der Süddeutschen Zeitung.
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(SZ vom 09.08.2010/joku)
"Andere Länder werden nachziehen und nicht nur arabische oder islamische, auch in der westlichen Welt werden alle möglichen Begehrlichkeiten aufkommen."
Wieso "nachziehen"? Das Zensursula-Gesetz ist nach wie vor in Kraft, "wird nur nicht angewendet". Glauben Sie, das bleibt so, wenn die nächste Regierung kommt?
Vorratsdatenspeicherung, ELENA, Gesundheitskarte, etc. werden ausdrücklich noch angewendet, obwohl das BVG das untersagt hat.
Wegen Kopierschutz-Knacken wandert man mehrere Jahre ins Gefängnis, aber für den Verfassungsbruch wird man großzügig berentet, falls es überhaupt jemand mitkriegt.
Da es genügend Wähler gibt, die die reale Bedrohung dieser Gesetze schlicht nicht versteht, kann Zensursula auch nach ihrer faschistoiden Entgleisung damit rechnen, die "Kronprinzessin" Angela Merkels zu sein.
Damit dürfte sich der Hersteller sein eigenes Grab geschaufelt haben. Das Alleinstellungsmerkmal ist früher oder später dahin.
Saudi-Arabien war der Anfang. Andere Länder werden nachziehen und nicht nur arabische oder islamische, auch in der westlichen Welt werden alle möglichen Begehrlichkeiten aufkommen.
...geht mein Blackberry bei Ebay rein.
Hoffentlich ist bald das Öl alle, damit diese Muftis wieder im Sand verschwinden.