Zeitmanagement im Studium Das Wochenende bleibt frei

"Das Wochenende sollte man bei der Planung erstmal frei lassen", rät Engelbrecht. "Den Samstag braucht man ohnehin meist noch, weil während der Woche etwas liegengeblieben ist. Und einen Tag sollte man haben, um mal etwas ganz anderes zu machen und Spaß zu haben."

Wie sich Studenten danebenbenehmen

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Haben Studenten einen präzisen Arbeitsplan aufgestellt, falle es oft leichter, sich jeden Tag auf Neue konzentriert an die Arbeit zu machen. Aber auch jetzt gelte es, Augenmaß zu bewahren. Regelmäßige Pausen seien alles andere als Zeitverschwendung, betont die Expertin. "Die Qualität der Gedanken wird nicht besser, wenn man stundenlang durchpowert."

Jeder Mensch habe einen etwas anderen Rhythmus, aber eine gute Faustregel sei, alle eineinhalb Stunden für 15 bis 20 Minuten Pause zu machen. "Stellen Sie sich am besten einen Wecker, sonst versackt man leicht am Rechner." Um in solchen Pausen möglichst schnell den Kopf frei zu bekommen, seien Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Yoga eine gute Hilfe, sagt Gabriele Bensberg von der psychologischen Beratungsstelle des Studentenwerks Mannheim.

Viele Bücher oder CDs, in denen solche Techniken vermitteln werden, betrachtet die Psychologin allerdings mit Skepsis. "Am besten lernt man sie im Rahmen eines Kurses über mehrere Wochen mit einem erfahrenen Leiter." Aber es gibt auch Techniken, die schnell gehen, und die man nicht lange lernen muss. Etwa die "Handanspannung": "Man legt beide Hände auf den Tisch, schiebt die Daumen darunter und spannt alle Finger an. Dabei versucht man, die Tischplatte regelrecht zusammenzupressen", erklärt Bensberg. "Die Spannung hält man circa sieben Sekunden aufrecht, lockert dann die Muskulatur der Hand und lässt das Gefühl der Entspannung auf sich wirken. Zusätzlich kann man innerlich zu sich sagen: 'Ich bin ganz ruhig.'" Das sei als Mini-Entspannungsübung schon sehr hilfreich.

Und noch etwas sollte man auf jeden Fall jeden Tag einplanen: Den Feierabend. Mehr als zehn Stunden Arbeitszeit pro Tag seien selten sinnvoll, betont Ingrid Heimbach von der psychologischen Beratungsstelle der Universität Siegen. Der Körper müsse Gedanken, Erfahrungen und Gelerntes erst einmal verdauen. "Und dafür braucht er Ruhe, Entspannung und viel Schlaf."

Wer sich diese Zeit nicht nimmt, sei relativ schnell nicht mehr aufnahmefähig. Deshalb sei es in der Regel völlig kontraproduktiv, bis in die Puppen am Computer zu sitzen oder sich am Abend vor der Klausur noch stundenlang den Stoff in den Kopf zu hämmern. Wem trotz allem die Arbeit über den Kopf zu wachsen droht, der findet in den psychologischen Beratungsstellen der Unis Hilfe. Spätestens, wenn man nicht mehr gut schläft, Herzrasen hat oder sein Interesse an Freunden und Hobbys verliert, werde es Zeit zu handeln, mahnt Bensberg.