Innenminister Joachim Herrmann hält Bundesländern wie Berlin vor, sie würden bayerisches Geld verprassen. Die Kritik von Ministerpräsident Seehofer am Länderfinanzausgleich sei berechtigt.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mahnt bei den anderen Bundesländern Gesprächsbereitschaft über Korrekturen am Länderfinanzausgleich an. Herrmann sagte am Dienstag der Nachrichtenagentur ddp in München, Bayern wolle zwar die bisherige Solidarität "auf keinen Fall aufkündigen". Über die Dimensionen der Zahlungen müsse aber diskutiert werden.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann springt Seehofer zur Seite: Weil die Haushaltspolitik einiger Länder zu wünschen übrig lasse, müsse der Finanzausgleich auf den Prüfstand. (© Foto: dpa)
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Herrmann kritisierte zugleich die Haushaltspolitik anderer Bundesländer. Der CSU-Politiker sagte: "Bei einigen habe ich den Eindruck, dass sie nach wie vor sehr locker in den Tag hinein leben." Insbesondere das Verhalten des Landes Berlin sei "überhaupt nicht akzeptabel".
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte am Montag den Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) zum Länderfinanzausgleich scharf kritisiert. Berlin müsse "sich aus Bayern nicht sagen lassen, wie man spart". Wowereit kündigte an, seine Regierung werde "die Gebührenfreiheit von Bildungsangeboten von der Kita bis zum Studium umsetzen, weil sie sozial ausgewogen und auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zukunftsweisend ist".
Herrmann entgegnete, die Politik des Landes Berlin werde "unter anderem durch Mittel aus dem Länderfinanzausgleich oder durch neue Schulden" finanziert. Er fügte hinzu: "Über so etwas muss in aller Kollegialität unter den Ländern gesprochen werden."
Herrmann verwies darauf, dass auf Bayern wegen des Länderfinanzausgleichs in diesem Jahr Zahlungen in einer Größenordnung von rund drei Milliarden Euro zukämen. Dennoch erreiche der Freistaat auch im kommenden Jahr einen ausgeglichenen Haushalt.
Dagegen werde in anderen Bundesländern "in extremem Maße in die Neuverschuldung gegangen". Deshalb müsse "über die Frage der künftigen Finanzplanung in den Ländern sorgfältig diskutiert werden".
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(ddp-bay/mikö)
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Es müssten unbedingt neue Schuldenbremsen für ´Gemeinden festgeschrieben werden, denn was da an Steuergeldern so unglaublich mit Vitamin B und Amigoenergie dilletantisch in den Sand gesetzt wird ist der Hammer. Ich kenne viele, sehr viele Beispiele aus eigener Erfahrung und es ist verantwortlungslos, dass Gemeinden freie Hand haben.
Aber letztlich müssen sich die Geimeinden selbst aus aus dem Sumpf ziehen. Keiner kann von anderen verlangen, dass ihre Schwimmbäder, Konzerthallen und andere Größenwahnprojekte von anderen bezahlt wird.
Es müsste Schuldenbremsen überall geben. Und es müsste eine Rückzahlpflich für Bund, Länder und ´Städte/Gemeinden geben. Auch wenns dann mal hart kommt. Egal, da müssen sie durch!!!
Länderfinanzausgleich, für mich ein Unwort....
Mmh warum macht man das nicht einfach in dem man sich an einen Tisch setzt, die Probleme und Vorwürfe anspricht, ein Wenn und Aber diskutiert und nach Lösungen sucht, die für alle Länder akzeptabel wären.. (Utopie???)
Die Städte, Gemeinden und Landkreise, die pleite sind, Kindergärten, Kultureinrichtungen wie Schwimmbäder, Freiheitheime und co schließen müssen, weil sie es schlicht und ergreifen nicht mehr bezahlen können, denen ist mit Streit auf Höchster Ebene nicht geholfen, hier ist schnelles Handeln gefragt, macht doch mal einfach Nägel mit Köpfen, geht doch mal in die kleinen Landkreise und co, bereist sie, befragt die Bürgermeister usw., und nehmt das in Augenschein, was für uns Bürger ja schon offensichtlich ist,, es krankt in Stadt und Land....
@hilgersu
Zitat
"Als das freistaatliche Bundesland Bayern aufgrund seines Industrialisierungs- und Strukturkonversions-Rückstands noch Millionen D-Mark aus dem Länderfinanz-ausgleich erhielt, es aufgrund seiner Rückständigkeit nicht aus eigener Kraft in der Lage war, den Verfassungsauftrag der "vergleichbaren Lebensverhältnisse" darzustellen,....."
Ja genau, "Millionen D-Mark". Das ist ungefähr die Dimension von damals!!!!
Ach, wie war es doch vordem,
mit dem LFA in Bayern so bequem:
Als das freistaatliche Bundesland Bayern aufgrund seines Industrialisierungs- und Strukturkonversions-Rückstands noch Millionen D-Mark aus dem Länderfinanz-ausgleich erhielt, es aufgrund seiner Rückständigkeit nicht aus eigener Kraft in der Lage war, den Verfassungsauftrag der "vergleichbaren Lebensverhältnisse" darzustellen, die CSU auf Bundesebene bei der CDU als Bittgänger für Zuwendungen jeglicher Art auch einiges an Grant und Eigenart aufgeben musste, um politisch weiter im Boot zu bleiben (Da war der Strauß ja nun wirklich nicht blöd!) - also zu dieser Zeit wäre ein Donnerwetter mit Kanonenhagel über den- oder diejenigen Landespolitiker hereingebrochen, die den Bayern vorgeworfen hätten, mit diesem Geld ihre Bauern zu sehr zu subventionieren, ihre Infrastruktur-maßnahmen zu sehr an der Automobilindustrie oder den Wünschen irgendwelcher selbstabbildenden Bürgermeister auszurichten oder sich zu sehr auf die Flugzeugbau- und Waffentechnologie, bzw. Atom- und Kraftwerksindustrie zu konzentrieren.
Insoweit ist die Arroganz der jetzigen Staatsregierung an dem Motto "am bayerischen Wesen soll Deutschland genesen!" zu relativieren.
Und übrigens: Gäbe es den - mehrheitlich durch Sozialdemokraten regierten - expansiven Wirtschaftsraum der Region München nicht, würde Bayern möglicherweise immer noch am Länderfinanzausgleich herumnuckeln - als Nehmer!
@Namast:
Zitat von Namast
"Die Bayern haben selbst überhaupt nicht das Recht sich aufzuregen, sie schmeissen mit Milliarden um sich um ihre landesbank zu retten und die schüler müssen sich das Klopapier selbst mitbringen. "
Seltsam: Jetzt finanzieren andere Bundesländer, u.a. Bayern, das Disaster bei der Berliner Bank mit, und dann kommt sowas.
Man sollte den Bayern schon zugestehen, dass sie ihr eigenes Bankendesaster mit ihrem eigenen Geld lösen; Betonung liegt auf "eigenen".
Paging