Auf die Streithansln und Pazifisten: Noch gelobt die CSU, die FDP schonen zu wollen, doch in Passau gelten andere Regeln.
Die Peschl-Terrasse in Passau reicht der FDP in diesem Jahr nicht mehr. Zu klein. 300 Leute schwitzten dort im vergangenen Jahr beim politischen Aschermittwoch.
Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer (re.), CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt und die stellvertretende Generalsekretärin Dorothee Bär (© Foto: dpa)
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"Eng ist gemütlich", sagte damals Gastredner Guido Westerwelle. Dieses Mal will es der FDP-Chef alles andere als gemütlich. Die FDP zieht aus dem kleinen Wirtshaus aus. 550 Besucher erwartet die Partei, die nun in der Bundesregierung ist.
"Das ist kein Kaffeeklatsch"
Da muss natürlich eine richtige Halle her: die Fraunhofer-Halle in Straubing. Und diesmal ist der FDP nicht gemütlich zumute, sie ist in Krawallstimmung. Seit Westerwelle "spätrömische Dekadenz" ausgerechnet in der Debatte über die Ausgestaltung von Hartz IV ausgemacht hat, keifen sich Politiker von Union und FDP an. Kanzlerin Angela Merkel distanzierte sich sogar öffentlich von ihrem Vizekanzler.
Die FDP wird den politischen Aschermittwoch zur Abrechnung nutzen, so viel steht schon fest. "Das ist kein Kaffeeklatsch", sagt Bayerns FDP-Generalsekretärin Miriam Gruß. "Das wird eine politische Aussprache."
Es gibt einiges zu bereden. Bayerns FDP-Wirtschaftsminister Martin Zeil lässt schon einmal erkennen, dass niemand mehr geschont wird. Merkel müsse "endlich Führung beweisen und ihrem Laden sagen, wo es langgeht", fordert Zeil. Das sagt viel aus über die Stimmung, die auch bei den Liberalen in Bayern herrscht.
"Wir finden es gut, wenn die FDP jetzt stärker Position bezieht", sagt Zeil über Westerwelles Konfliktkurs. Auch Horst Seehofer und der CSU will Zeil am Mittwoch die Meinung sagen. "Die CSU hat sich eifrig daran beteiligt, den Koalitionsvertrag zu zerreden", sagt er. "Ich kann nur hoffen, dass sie das nicht weiter tut."
Seehofer würde derlei Vorwürfe natürlich entrüstet von sich weisen, doch wie er am Mittwoch 70 Kilometer donauabwärts darauf reagiert, ist die große Frage. Klartext, klar, was sonst, verspricht CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt für die gerne als "informatorisch" deklarierte Veranstaltung seiner Partei in der Passauer Dreiländerhalle. "Klartext-Kundgebung" nennt er sie, oder auch "Fanmeile für Klartextpolitik".
Doch die Liberalen - im Bundestagswahlkampf vor sechs Monaten noch liebstes Attackenziel des CSU-Vorsitzenden - will man diesmal angeblich schonen. "Es ist nicht zu erwarten, dass wir die Auseinandersetzung mit dem Regierungspartner führen", ließ Dobrindt vergangene Woche wissen. "Der Gegner steht links", gibt Hans-Peter Friedrich als Orientierung aus, als CSU-Landesgruppen-Chef so etwas wie der oberste Statthalter der CSU in der Bundespolitik. Doch bei Seehofer weiß man vorher nie, was er sagt.
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