Königsdorf "Wir stehen am Anfang eines großen, komplexen Puzzles"

Das Haus in Höfen bei Königsdorf: Hier wurden zwei Menschen getötet und eine weitere Person schwer verletzt. Sie sind offenbar Opfer von Einbrechern geworden.

(Foto: Andreas Gebert/dpa)

Der kleine Ort Höfen nahe Bad Tölz geht als ländliches Idyll durch. Doch nun sind zwei Menschen tot, eine Frau schwerst verletzt - und die Polizei sagt: Spuren deuten auf einen Einbruch hin.

Von Claudia Koestler

Eine Gewalttat mit zwei Toten und einer Schwerstverletzten erschüttert einen kleinen Weiler in Oberbayern: In der Nacht zum Sonntag fand die Polizei in einem Einfamilienhaus in Höfen bei Königsdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen eine 75 Jahre alte Frau und einen 81-jährigen Mann leblos vor. Laut Polizeisprecher Jürgen Thalmeier sind sie "offensichtlich Opfer eines Gewaltverbrechens" geworden.

Die 76-jährige Hausbesitzerin wurde schwerst verletzt aufgefunden und in eine Klinik gebracht. Die Umstände der Gewalttat waren zunächst unklar. Polizeisprecher Thalmeier zufolge weist aber vieles auf einen Einbruch hin. Die Polizei richtete eine Sonderkommission ein und bittet etwaige Zeugen um Mithilfe.

Eigentlich ginge Höfen, ein kleiner Ortsteil südlich von Königsdorf, als Prototyp eines ländlichen Idylls durch. Von der Bundestraße B 11 in Richtung Bad Heilbrunn aus sind nur wenige, stattliche Bauernhäuser auszumachen, auf den weitläufigen Koppeln grasen Pferde. Eine einzige Straße führt von der B 11 ab in den Weiler, zu knapp zwei Dutzend gepflegten Einfamilienhäusern entlang der Stichstraße. Es gibt keine Straßennamen, nur Hausnummern, Schilder warnen vor spielenden Kindern, dichte, akkurate Hecken schützen die Privatsphäre.

Die Türen lässt man hier offen, normalerweise

Dass am Sonntag Dutzende Polizisten das Haus umstellten, Beamte aus München die Koppeln absuchten, passt nicht ins Bild. "Was, bei uns in Höfen?", ruft eine Nachbarin aus. Sie wohnt nur wenige Meter vom Ort des Verbrechens entfernt in einem Bauernhaus. Etwas bemerkt habe sie von der Gewalttat allerdings erst, als die Polizei bereits angerückt war. "In der Nacht ging die Sirene und dann kamen Hubschrauber." Die Tat sei für sie insbesondere auch deshalb erschütternd, "weil hier doch immer alles offen ist, die Türen zum Beispiel."

Bis zum Sonntagabend konnte die Polizei noch keine Angaben zur Identität der Opfer machen. Aus ermittlungstaktischen Gründen gab Thalmeier auch noch keine näheren Angaben zum Verletzungsbild oder zur Todesursache an. Über beides soll die Obduktion Aufschluss geben. "Wir stehen am Anfang eines großen, komplexen Puzzles", sagte der Pressesprecher. Tötungsdelikte kämen in der Regel "eher im sozialen Nahbereich" vor, sagte er. Hier deuten die Spuren aber möglicherweise auf einen Einbruch hin.

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In der Nacht zum Sonntag hatte die Polizei gegen Viertel vor elf einen Hinweis erhalten, sie sollten an einem Haus in Höfen nach dem Rechten sehen. Die Polizisten, die vorbeifuhren, bemerkte am Gebäude Einbruchsspuren. Als sie deshalb das Haus betraten, machten sie den grausigen Fund.