Gundremmingen CSU-Anhänger wollen AKW abschalten

Die Mehrheit der Bayern ist dafür, dass das Atomkraftwerk Gundremmingen Ende des Jahres komplett abgeschaltet wird. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar-Emnid für die Anti-Atom-Initiative Ausgestrahlt hervor. 52 Prozent der Befragten sprachen sich demnach für die Komplettabschaltung aus, 42 Prozenten lehnten sie ab, sieben Prozent waren unentschieden oder machten keine Angaben. "Das ist eine klare Bestätigung für unsere aktuelle Kampagne, dass beide Reaktoren des AKWs zum Jahreswechsel endgültig heruntergefahren werden müssen", sagt Ausgestrahlt-Sprecher Jochen Stay. "Auch der zweite Reaktor von Gundremmingen muss schnellstmöglich und nicht erst 2021 vom Netz genommen werden."

Ein überraschendes Ergebnis der Umfrage ist für Stay, dass auch viele CSU-Anhänger die Forderung der Anti-Atom-Organisation teilen. Mit 46 Prozent sind unter ihnen die Befürworter einer Komplettabschaltung fast auf Augenhöhe mit den Gegnern (50 Prozent). "Dafür, dass die Staatsregierung sich weiter klar zu einer endgültigen Abschaltung erst im Jahr 2021 bekennt, ist das ein erstaunlich hoher Wert", sagt Stay. "Den haben wir nicht erwartet." Wie auch immer man sich zu dem AKW Gundremmingen stellt, für die Energieversorgung in Deutschland wird die Anlage schon lange nicht mehr benötigt. 2016 exportierte Deutschland mehr als 50 Milliarden Kilowattstunden Strom in seine Nachbarstaaten - vor allem in die Niederlande, durch die Schweiz nach Italien und nach Österreich. Das war nicht nur ein neuer Exportrekord. Sondern auch gut zweieinhalb Mal so viel, wie die 19,1 Milliarden Kilowattstunden Strom, die Gundremmingen als größtes deutsches Atomkraftwerk im selben Jahr produziert hat.