Soziale Marktwirtschaft geht bei der CSU so: In Bayern sozial, ansonsten Marktwirtschaft. Was die Christsozialen in Berlin für richtig halten, lassen sie in Bayern noch lange nicht gelten.
Der Chef der christsozialen Landesgruppe in Berlin, Peter Ramsauer, hat kürzlich gesagt, Außenpolitik sei schon immer eine Domäne seiner Partei gewesen. Das hat so recht niemand verstanden, weil die CSU die einzige Partei im Bundestag ist, die noch nie einen Außenminister gestellt hat, jedenfalls wenn man die Außenminister der Linken, ehemals SED, in der DDR dazuzählt. In der CSU war zuletzt Karl-Theodor zu Guttenberg formal der Außenpolitiker. Weil der Jungpolitiker aber dort nicht richtig auffiel, ist er jetzt Wirtschaftspolitiker.
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Bayerns Ministerpräsident Seehofer und Bundeswirtschaftsminister Guttenberg: In der Wirtschaftspolitik gelten bei der CSU eigene Regeln. (© Foto: ddp)
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Trotzdem hat Ramsauer recht. Denn was ein gescheiter CSUler ist, für den sind die Vorgänge ehedem in Bonn und heute in Berlin in Wahrheit Außenpolitik. Seit Franz Josef Strauß vertritt die CSU in einer bundespolitischen Koalitionsrunde bayerische Interessen, so wie Angela Merkel auf einem G-8-Gipfel deutsche vertritt, oder das, was sie dafür hält. Und so wie alle Regierungschefs nach einem solchen Gipfel zu Hause berichten, wie sie sich durchgesetzt haben, so erzählt die CSU in Bayern, wie sie es denen da in Berlin wieder gezeigt hat.
Zur entsprechenden Rollenteilung gehört auch, dass der CSU in Bayern natürlich erlaubt ist, was die CSU im Bund ablehnt. So konnte sich Guttenberg als Skeptiker bei der Opel-Rettung durch die große Koalition produzieren, zumal eine Insolvenz durchaus im bayerischen Interesse gelegen hätte, genauer gesagt in dem von BMW, was er so aber nicht gesagt hat.
Bei Quelle dagegen hilft die CSU, wo sie kann, weil es sich um einen bayerischen Betrieb handelt - und Guttenberg murmelt ein bisschen dazu. Aber ablehnen wird er die Hilfe niemals. Das Kriterium, an dem die CSU ihre Wirtschaftspolitik ausrichtet, ist die Geographie. Und die soziale Marktwirtschaft, über die der Minister gerne redet, geht offenbar so: In Bayern sozial, ansonsten Marktwirtschaft.
Nun wirkt ja die CSU in Berlin nicht allein, sondern in einer sogenannten Union mit der CDU. Und in dieser Union stellt die CSU auch mit die Kanzlerin, was umgekehrt eine gewisse Abhängigkeit Angela Merkels von den bayerischen Freunden bedeutet. Das führt schon in normalen Zeiten zu Problemen, weil es die Union immer zweimal gibt. In der Wirtschaftskrise entsteht daraus eine föderale Wettbewerbsverzerrung, weil Bayern quasi als einziges Bundesland direkt mit in der Bundesregierung sitzt.
Die CDU-Vorsitzende Merkel jedoch wird nichts, aber auch gar nichts unternehmen, um dieser CSU wirklich ernsthaft in die Parade zu fahren, weil sie ihre Kanzlerschaft sonst vergessen kann. Außerdem kommt ihr das christsoziale Doppelspiel insofern zugute, als der Minister Guttenberg, selbst wenn er mal schweigt, immer noch besser für sie ist, als es sein Vorgänger Michael Glos war, wenn er geredet hat.
Die CSU hat die von ihr selbst verursachte Lücke in Merkels Kabinett mittlerweile zu deren Freude gefüllt - wenn auch nicht mit Wirtschafts-, sondern mit Willkürpolitik.
(SZ vom 26.06.2009/dmo)
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das war ja der von den CSU-Politikern genannte Hauptgrund für die Wahl vom Horsti zum Vorsitzenden:Nicht weil er von der Partei geliebt und hochgeschätzt wurde ,sondern: "Wir haben keinen Andern."Dieser Begründung hat der Baron eindrucksvoll den Boden entzogen.
die csu hat nichs gelernt und wir der spd folgen. ein paar jahre später aber der niedergang kommt genauso. wer die zeichen der zeit nicht versteht und lieber an den alten pfründen festhält wird leider zu spät erwachen. fast möchte man den straußschen zeiten nachweinen. da gabs keine scheinheiligkeit.
Schön, dass hier mal populistischen Strategien der csU zum Gegenstand der Betrachtung gemacht werden. Da sag ich: Sehr gut Nico - weitermachen - Du hast vielleicht auch in 10 Jahren, wenn das neoliberale Regime Merkel/Springer/Mohn nicht mehr an der Macht ist, noch einen Job. Rechtzeitig den Hals wenden heißt es da. So wie immer in Deutschland. So wie unser Merkel.
Wie es schon Schröder damals am Wahlabend gesagt hat, ohne die CSU hätten wir jetzt keine Kanzlerin. Sche.... Die CSU gehörte abgeschafft. Diese Kasperlaspartei. Ich habe leider keine grosse menschenkenntnis. Aber das Gesicht vom Seehofer wenn ich sehe, könnte ich kotz... Da springt einem ja regelrecht der Belezebub an. Verlogen, privat wie politisch, der grösste öffentliche Lobbyist den es gibt. Aber glaubt mir, die Bayern - ich bin Franke - wählen diesen Menschen wieder. Ist leider so.
Außenpolitik ist, was außerhalb Bayerns geschieht.
Und auch das ist richtig:
"weil Bayern quasi als einziges Bundesland direkt mit in der Bundesregierung sitzt."
Was schon immer zur Verzerrung sowohl der Ländergleichheit, als auch der Bundestragswahl sorgt.
Es ist Zeit, einmal über das Problem nachzudenken.
Bayerns Stimmanteile sollten in Bayern gelten.
Wo auch sonst, würde jemand sagen der diese seltsame Ausnahme nicht kennt.
Paging