CSU-Minister Helmut Brunner 35 Euro für einen Waldbrand

Bayerns Landwirtschafts- und Forstminister Helmut Brunner

(Foto: dpa)

Immerhin 22 Feuerwehrleute mussten anrücken, weil Helmut Brunner ein Laubwäldchen in der Nähe seines Bauernhofs angezündet hat. Dafür kommt der Minister recht günstig davon.

Von Andreas Glas

Die Woche danach ging gleich unangenehm weiter für Helmut Brunner. Der CSU-Forstminister musste einer Waldbesitzervereinigung die Staatsmedaille für deren Verdienste um die Forstwirtschaft verleihen. Eine peinliche Aufgabe für einen, dessen eigener Verdienst um den Wald zuletzt ein ziemlicher Bärendienst gewesen ist.

Immerhin 22 Feuerwehrleute mussten anrücken, weil Brunner am Einheitstag ein Laubwäldchen in der Nähe seines Einödhofs im niederbayerischen Zachenberg angezündet hatte. Es war ein Versehen, aber halt eines, das ausgerechnet dem Waldminister nicht passieren sollte. Helmut Brunner weiß das selbst am besten, er hatte deswegen gleich angekündigt, dass er jede Strafe zahlen wird, die ihm zugemessen wird.

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So gesehen war die Woche nach Bekanntwerden seines Missgeschicks doch nicht so übel für Brunner. Denn sie fiel recht moderat aus, die Rechnung des Regener Landratsamts, die vergangene Woche in Brunners Briefkasten lag. 35 Euro Verwarngeld muss der Minister zahlen. Nicht etwa, weil er fahrlässig gezündelt hat, sondern weil er seine Gartenabfälle an einem Feiertag verbrannt hat.

Und wer zahlt den Rest?

Bleibt also noch die Frage, wer denn nun die Kosten des Feuerwehreinsatzes tragen muss. Die Frage ist nicht unerheblich, bedenkt man, dass so ein Einsatz schnell mal ein paar tausend Euro kosten kann. Nach dem bayerischen Waldgesetz kann eine Kommune Kosten verlangen "für Einsätze, die durch eine vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführte Gefahr veranlasst waren".

Der Zachenberger Bürgermeister könnte jetzt also prüfen, ob der Minister tatsächlich grob fahrlässig gehandelt hat und ob er ihn deshalb zur Kasse bittet. Neue Indizien lieferte kürzlich die Bild, der Brunner gebeichtet haben soll, dass er am Einheitstag nicht nur Gartenabfälle, sondern auch eine Matratze verbrannt hat. Aber das ist kein Kriterium für Bürgermeister Michael Dachs. Der findet, dass Brunner genug gestraft ist und dass "es nicht richtig wäre, wenn wir unseren Minister, der uns ja auch immer hilft, bestrafen würden".

Die neue Woche hat für Brunner übrigens damit begonnen, dass er in Berchtesgaden einen Plan zum Erhalt der Wälder vorstellen musste. Armer Minister.