Affären und Politikfrust in Bayern Razzia und Milliardenverlust bei der Landesbank

Kaum hatte die CSU im Herbst 2008 ihre Wahlschlappe erlitten und Horst Seehofer das Kommando übernommen, da war auch schon Krisenmanagement bei der Landesbank angesagt. Horrende Risiken taten sich auf, Regierung und Sparkassen verstrickten sich in einen Machtkampf um das Institut, das der Freistaat mit zehn Milliarden Euro retten musste. Prominentestes Opfer war der gescheiterte CSU-Chef Erwin Huber, der auch noch seinen Job als Finanzminister verlor.

Ein Jahr später folgten Razzien und Ermittlungen und die Rückgabe der teuer gekauften Kärntner Skandalbank Hypo Alpe Adria nach Österreich. Für die 3,7 Milliarden Euro, die die Landesbank in die Hypo Alpe Adria gesteckt hatte, erhielt sie einen Euro zurück. Es war das wohl schlechteste Geschäft aller Zeiten für den Freistaat. Die Regierung tauschte nach und nach den ganzen Bankvorstand aus. Bis heute sind Heerscharen von Anwälten, Staatsanwälten und Richtern in Bayern und Österreich damit beschäftigt, die dunkelsten Kapitel der BayernLB aufzuarbeiten. Klaus Ott