Affären und Politikfrust in Bayern Schmutzeleien, Drohanrufe und das schlechteste Geschäft aller Zeiten

Die Verwandtenaffäre sorgte für ein politisches Erdbeben in Bayern. Das Verhältnis zwischen Volk und seinen Vertretern wurde in der vergangenen Legislaturperiode aber nicht nur dadurch belastet. Der gemeinsame Nenner aller Skandale: die CSU. Ein Rückblick auf die Affären der letzten fünf Jahre.

Familiär ging es im bayerischen Landtag auch früher schon zu, darauf legt nicht zuletzt Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) wert. Seit diesem Frühjahr wird der Begriff im Maximilianeum nur noch zurückhaltend gebraucht. Im April lenkte der Parteienkritiker Hans Herbert von Arnim mit dem Buch "Die Selbstbediener" die Medien auf die Frage, was aus einer alten Ausnahmeregelung aus dem Jahr 2000 geworden ist. Damals hatte der Landtag es eigentlich verboten, dass Abgeordnete nahe Verwandte als Mitarbeiter anstellen. Nur Altfälle blieben zulässig - die vermutlich langlebigste Zwischenlösung der bayerischen Politik.

17 Abgeordnete der CSU nutzten sie noch im Jahr 2013, die Empörung darüber war enorm. Nicht zuletzt bei Parteichef Horst Seehofer. Er zwang mit Mühe seine Partei auf Gegenkurs und forderte von den betroffenen Kabinettsmitgliedern fünfstellige Summen zurück. Fraktionschef Georg Schmid, der die Regelung besonders ausufernd nutzte, musste seine Karriere beenden. Der Landtag beschloss Reformen, auf einmal geht auch mehr Transparenz bei den Nebeneinkünften, was die CSU zuvor abgelehnt hatte. In der Partei entspannte sich die Lage erst, als die Umfragezahlen nicht so schlecht ausfielen wie befürchtet. Und als es mit Fraktionsgeschäftsführer Harald Güller auch bei der SPD einen hochkarätigen Betroffenen gab. Frank Müller