Neue Konzepte für die urbane Mobilität der Zukunft - Stadtplaner und Bürgermeister setzen auf das Fahrrad.
Klaus Bondam ist ein entspannter Zeitgenosse. Dabei hat er gerade gewaltigen Stress hinter sich und gleich auch wieder vor sich. Kopenhagen-Barcelona-Kopenhagen, und das für einen einstündigen Vortrag in einem kleinen Konferenzraum. Was für eine miserable CO2-Bilanz.
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Guter Plan: Mietfahrräder, eigene Fahrspuren für Radler, Car-Sharing und Elektroautos sollen unter anderem helfen, den Autoverkehr in den Städten zu minimieren - so wie hier in Amsterdam (© Pressinform)
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Aber Bondam darf das, ausnahmsweise. Denn er hat der Welt schon so viel CO2-Ausstoß erspart, dass er auch mal sündigen darf. Er tut es für einen guten Zweck, letztlich für das Weltklima, sorgt sozusagen mit seiner nachmittäglichen Wahnwitz-Ökobilanz für weniger Autoverkehr in den Städten. Und das, indem er über seine Arbeit redet: Von 2006 bis 2009 war Bondam Bürgermeister für Technik und Umwelt in Kopenhagen und maßgeblich daran beteiligt, dass sich die dänische Kapitale zum Musterbeispiel für eine klimafreundliche und menschengerechte Stadt entwickelte.
Der Begriff "Copenhagenize" ist zu einem Synonym für die Entwicklung lebenswerterer Städte geworden. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Schaffung einer fahrradgerechten Infrastruktur als Lösung für die Verkehrsproblematik in Großstädten. Insofern ist Bondam beim Mobililitätskongress des Pedelec-Herstellers Kalkhoff in Barcelona genau richtig.
Denn auch die katalanische Metropole hat das Problem aller schnell wachsenden Städte: zu wenig Platz für zu viele Autos. Ein Fluss im Norden, einer im Süden, im Westen die Berge und im Osten das Meer. Ergo kein Platz zum Wachsen, und doch strömen immer mehr Menschen in die City - natürlich mit dem Auto.
Die zentrale Frage aller Stadtplaner lautet also: Wie bewegen wir uns künftig, und das nachhaltig? Dass angesichts von Klimawandel und drohendem Verkehrsinfarkt in den Großstädten urbane Mobilitätskonzepte und ganzheitliches Systemdenken nötig sind, daran besteht kein Zweifel mehr. Und dass selbst im Autoland USA ein Politiker namens David Chiu 2011 mit einer konsequenten Pro-Fahrrad-Kampagne fast Bürgermeister von San Francisco geworden wäre, beweist, dass die Renaissance des Rads in der Stadt längst begonnen hat.
Deutschland ist ein gutes Beispiel für diese Entwicklung. Call-a-Bike und ähnliche Angebote, Fahrräder zu mieten, boomen, die Radständer an den Bahnhöfen sind voll bis auf den letzten Platz. 82 Millionen Deutsche besitzen laut Statistischem Bundesamt 42 Millionen Autos - und 73 Millionen Räder. Jedes Jahr werden 2,9 Millionen Neuwagen und 4,5 Millionen neue Räder verkauft.
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Das Erbe der "Böhsen Onkelz"
Jeder, der sich weniger Lärm und Abgase durch den Kraftverkehr wünscht, wird die ins Auge gefassten Maßnahmen zu schätzen wissen. Jedoch spürt man davon auf der Straße noch nicht viel. Lange Planungs- und Umsetzungszeiten, z.B. für die Umweltzonen oder Tempobeschränkungen, rücken das Bild der grünen Stadt noch in weite Zukunf. Dennoch kann man sich bei Städten wie Kopenhagen und deren Vordenkern nur bedanken – sie träumen nicht nur, sie handeln auch. Bitte Nachmachen!
immer noch, wie der Radverkehrsanteil ermittelt wird. Hier in Potsdam z.B. sollen es über 20% sein. Da sollte doch mindestens jedes fünfte Fahrzeug ein Fahrrad sein. ÖPNV ist da noch nicht mal eingerechnet. Die Realität sieht anders aus: verschämt quetschen sich ein paar Radfahrer auf schmalen Gassen am Autoverkehr vorbei. Nimmer sind es 20%. Die Zahlen scheinen rein spekulativ zu sein und verführen die Politik zum Nichtstun. Der Anteil ist ja soooo hoch. Und im übrigen machen viele verkaufte Räder noch keinen Radverkehr. Sie sagen vielleicht was über gute Vorsätze aus.....
Leider gibt es große Informationsdefizite zum Thema Verkehr und Stadtentwicklung.
Informationen gibt es meist nur vom ADAC und vom Autolobbyverband.
Wer mehr wissen möchte als die Desinformation der Autolobby, sollte die Vortragsreihen des Deutschen Museums Verkehrszentrum Theresienhöhe (Alte Messe) besuchen.
http://www.deutsches-museum.de/verkehrszentrum/information/vortraege/vortraege-2012/
stell dir vor alle machens richtig, nur Berlin pennt mal wieder - Pardon: der Berliner Senat mit dem lautsprechenden Teddybärzyniker und seinen flotten Sprüchen.
Kaum im Amt hat auch der neue, blasse Michael Müller zum Ausdruck gebracht, für wie gut er die Berliner Autofahrer hält (nur 54 Tote letztes Jahr, davon 24 Fussgänger, 12 Rad- nud 12 Motorradfahrer), jetzt aber rasch handeln will: mit einer Plakataktion gegen "aggressive RadlerInnen"....
Dabei war die Stadt vor 90 Jahren da schon viel weiter. Aber die Wonkels sind einfach nicht auf der Höhe der Zeit. Unfassbar!
.... gehört der Mobilität: Fussgänger, Radfahrer und ÖPNV.
Das Auto soll nur ergänzend benutzt werden. Carsharing ist das Zauberwort.
Wer will schon ein Lebenlang seine Arbeitskraft zu 50% für sein eigenes Auto verschwenden!
Von der Autoabhängigkeit lebt zwar ein Industriezweig. Dies führt uns aber an den Rand einer Katastrophe in allen Lebensbereichen.
Weniger Auto sichert daher nicht nur unsere Lebensqualität, sondern auch unseren Wohlstand.
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