Neuvorstellung Bugatti Chiron 100 Liter in acht Minuten

Der neue Bugatti Chiron kostet 2,4 Millionen Euro - netto, versteht sich.

(Foto: dpa)

Der Tacho des 1500-PS-Sportwagens Bugatti Chiron reicht bis 500 km/h. Fast fünf Jahre hat allein die Entwicklung einer passenden Gummimischung für die Reifen gedauert.

Von Michael Specht

Es gibt Autos, die werfen Fragen auf, nach dem Sinn oder nach der sozialen Akzeptanz. Der Bugatti Chiron zum Beispiel: 1500 PS, 420 km/h Höchstgeschwindigkeit, 2,4 Millionen Euro das Stück, netto, versteht sich. 19 Prozent Mehrwertsteuer plus ein paar Extras lassen für deutsche Kunden die Drei-Millionen-Euro-Marke in greifbare Nähe rücken.

Den potenziellen Käufern dürfte selbst diese Summe nur ein mildes Lächeln entlocken. Ganz zu schweigen von den 250 000 Euro allein für die "Kaufabsichtserklärung", wie Bugatti-Chef Wolfgang Dürheimer die Anzahlung auf den Chiron nennt. Das hübsche Sümmchen hilft, auf eine Liste zu kommen, mehr aber auch nicht. Etwa 160 Männer und keine Frau sollen die Viertelmillion bereits überwiesen haben.

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Bugatti fertigt nur 50 Exemplare pro Jahr

Die ersten Fahrzeuge werden im Herbst ausgeliefert. Wer jetzt einen Chiron bestellt, muss sich länger als zwei Jahre gedulden. "Wir fertigen nur etwa 50 Exemplare pro Jahr", sagt Produktionsleiter Christophe Piochon. Mehr lässt die kleine und piekfeine Manufaktur in Molsheim nicht zu. Das Atelier, wie es hier heißt, liegt in unmittelbarer Nähe des historischen Chateaus. Es wurde einst von Ettore Bugatti benutzt, um Autos zu präsentieren und sie an prominente Kunden zu veräußern.

500 Chiron wollen Dürheimer und seine Mannschaft auflegen - innerhalb der nächsten zehn Jahre. Nur fünf bis sechs Mechaniker schrauben an einem Auto. Zwei Monate dauert der Zusammenbau. Solche Ankündigungen rufen natürlich Spekulanten auf den Plan. Daher verkauft Bugatti den Chiron vorwiegend an Menschen, bei denen schon der Vorgänger Veyron in der Garage parkt. Von ihm wurden 450 Stück gebaut. Zu hören ist, dass sich einige Leute noch schnell einen Gebrauchten zugelegt haben, um so auf die ominöse Liste zu kommen. Not macht erfinderisch.