Neue S-Klasse von Mercedes Große Entspannung, serienmäßig

Die Armaturen sehen noch so aus, wie sie Mercedes schon in den 60er Jahren verbaut hat: Klassische Rundanzeigen informieren über Drehzahl und Geschwindigkeit. Doch im Gegensatz zu vergangenen Modellen ist die Darstellung voll digital, erscheint auf einem TFT-Farbdisplay mit einer Größe von 12,2 Zoll. Rechts daneben liegt das exakt gleiche Gerät und dient der Steuerung der Infotainment- und Komfortfunktionen. Selbst die Parfümierung des Innenraums oder die Farbe der Hintergrundbeleuchtung im Interieur kann der Fahrer von dort aus steuern.

Entspannt verläuft auch die Kontrolle über den Innenraum von der hinteren Sitzbank aus. Es ist dabei nur eine Frage des Geldes und der individuellen Vorlieben, welchen speziellen Charakter die zweite Reihe bekommt. Auf Wunsch macht Mercedes den Wagen zum Schlafsessel oder zum mobilen Büro mit Steckdosen und Arbeitstischen. Musik oder Navigation regeln die Insassen via Fernbedienung. Durch das Menü führen Farbbildschirme, die auf der Rückseite der vorderen Kopfstützen montiert sind. Doch die Steuerungsmöglichkeiten in der zweiten Reihe sind eingeschränkt, konzentrieren sich auf Multimedia, Navigation oder Klimatisierung und Steuerung der hinteren Sitzbank. Die volle Kontrolle über die verschiedenen Konfigurations- und Steuerungsoptionen des Wagens bleibt beim Fahrer.

Viele Gründe sprechen jedoch dafür, selbst am Steuer der neuen S-Klasse Platz zu nehmen. Zahllose Sicherheitsinnovationen machen den Wagen zu einem der risikoärmsten Fahrzeuge im Straßenverkehr. Basis dafür ist der Umstand, dass der Wagen seine komplette Umgebung mittels verschiedener Kameras ständig im Auge hat. So erkennt die neue S-Klasse beispielsweise durch ein Nachtsichtgerät Tiere bei Dunkelheit, kann sie von Fußgängern unterscheiden und leitet für Menschen gegebenenfalls selbständig ein Vollbremsung ein. Leider nur im Topmodell, dem Achtzylinder S 500, ist die Funktion Magic Body Control erhältlich. Schade, denn das sehende Fahrwerk hat sich bei einer ersten Ausfahrt als deutlicher Komfortgewinn erwiesen.

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Typisch V8: komfortabel, aber durstig

Der S 500 (455 PS) ist der traditionellste unter den vier zur Markteinführung zur Verfügung stehenden Motoren. Der V8 säuselt nach Daimler-Art geräuscharm und souverän vor sich hin und verrät seine Bauweise nur bei Abruf der vollen Leistung.

Ganz vom alten Schlag ist leider auch sein Durst: Auf der Testfahrt verbrannte der Benziner im Durchschnitt knapp 12,5 Liter. Viel erfreulicher war im Gegensatz dazu der Durst des ebenfalls gefahrenen S 300 Bluetec Hybrid (204 PS). Der Vierzylinder-Diesel-Hybrid konnte bei zurückhaltender Fahrweise tatsächlich den angegebenen Normverbrauch von nur 4,4 Litern erreichen. Ein wirklich sehr guter Verbrauchswert für eine Luxuslimousine mit einem Gewicht von mehr als zwei Tonnen. Auch wenn der Praxiswert im Alltag um knapp zwei Liter höher liegen dürfte, so ist der Diesel-Hybrid ein Schritt in die richtige Richtung.

Zetsche zeigt die neue S-Klasse

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Außerdem bietet Mercedes zum Marktstart am 20. Juli noch zwei Sechszylindermodelle: den Benziner S 400 Hybrid (306 PS) und den Diesel S 350 Bluetec (258 PS). Er markiert mit einem Grundpreis von 79.790 Euro den Einstiegspreis für die S-Klasse. Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt wird Mercedes dann den S 500 als Plug-in-Hybrid-Version vorstellen. Er soll lediglich 75 Gramm CO2 pro 100 Kilometer ausstoßen. Die große Entspannung ist bei allen Modellen serienmäßig.

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Die Reisekosten zur Präsentation der Mercedes S-Klasse in Toronto wurden teilweise vom Hersteller übernommen.