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Umwelt - Frankfurt am Main:Grünen-Politiker Al-Wazir: "Wir sind keine Straßenbaupartei"

Deutschland
Tarek Al-Wazir (Bündnis90/Die Grünen) bei einem Termin. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hat Kritik von Umweltaktivisten an seiner Partei wegen der Rodungen für den Ausbau der A49 im Dannenröder Forst zurückgewiesen. "Es ärgert mich furchtbar, dass manche von denen, die da nun im Wald sitzen, sich ausgerechnet die Grünen als Angriffsziel ausgesucht haben", sagte Al-Wazir der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe). Die Grünen hätten seit 40 Jahren versucht, den Ausbau der A49 zu verhindern. "Wir sind keine Straßenbaupartei". Doch gelte es zu akzeptieren, dass eine Mehrheit im Bundestag den Bau der Bundesautobahn beschlossen, die Bundesregierung ihn in Auftrag gegeben und das Bundesverwaltungsgericht ihn für rechtmäßig erklärt habe.

An Teilen der Aktivisten im Dannenröder Forst übte der Minister schwere Kritik. Er habe "großes Verständnis für die, denen jetzt das Herz blutet" angesichts der Rodungen. Er sei "zu vernünftigen Diskussionen jederzeit bereit". Nicht jedoch mit jenen, "die sich radikalisiert haben, die für grüne Landtagsabgeordnete ein Waldverbot aussprechen und unsere Landesgeschäftsstelle angreifen, wie es kürzlich geschehen ist", sagte Al-Wazir.

Angesichts der Kritik von Seiten der "Fridays for Future"-Bewegung an den Grünen warnte der Politiker vor einer Schwächung des grünen Lagers. Sollte "Fridays for Future" eine Art dunkelgrüne Partei gründen, werde das "die gesamte Bewegung schwächen", sagte Al-Wazir. "Eine solche Partei wäre chancenlos, könnte aber just jene Stimmen kosten, die es den Grünen ermöglichen würden, ernst zu machen mit Klimaschutz und Verkehrswende."

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