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Sonde Parker Solar:"Die Herausforderung heißt dann schlichtweg: überleben."

Es wird ein heißer Ritt. "Kommt man der Sonne derart nahe, besteht die Herausforderung nicht allein darin, den Sonnenwind zu vermessen", sagt Thomas Zurbuchen, der Wissenschaftschef der Nasa. "Die Herausforderung heißt dann schlichtweg: überleben." Temperaturen von mehr als einer Million Grad Celsius erwarten Parker in der Korona. Um nicht gegrillt zu werden, trägt die Sonde daher einen großen Hitzeschild vor sich her. Er besteht aus zwei Kohlefaserplatten, zwischen denen Ingenieure einen knapp zwölf Zentimeter dicken Kohlefaserschaum gepackt haben.

Diese Konstruktion soll vor allem die empfindliche Elektronik schützen. Berechnungen zufolge könnte sich die Vorderseite des Hitzeschilds bei Annäherung an die Sonne auf 1400 Grad Celsius aufheizen. Trotzdem soll es im Schatten, wo Bordcomputer, Steuereinheit und die meisten wissenschaftlichen Instrumente sitzen, nie wärmer als 30 Grad werden. Selbst die langen Solarpaneele, die Parker mit Strom versorgen, werden sich während des Flugs durch die Korona fast komplett hinter dem Kohlefaser-Sonnenschirm verstecken. Trotzdem müssen sie mit Wasser gekühlt werden - ein Aufwand, den die Nasa zuvor bei keiner anderen Sonde betreiben musste.

Der dicke Hitzeschild hat allerdings auch einen Nachteil: Kein Messgerät kann hindurchblicken. Direkte Beobachtungen der Sonne sind somit unmöglich. Genau deshalb wird Parker in ein paar Jahren Gesellschaft bekommen: von einer europäischen Sonnensonde namens Solar Orbiter. Das Raumfahrzeug, das derzeit startklar gemacht wird, soll zwar einen Respektabstand von 45 Millionen Kilometern zur Sonne einhalten, kann aus dieser kühleren Perspektive die Vorgänge in der Korona aber stets im Blick behalten.

"Das ist wirklich eine gute Ergänzung", sagt Nasa-Wissenschaftler Zurbuchen. "Wir freuen uns darauf, die Ergebnisse der beide Missionen zu kombinieren." Noch müssen die Amerikaner allerdings etwas warten. Aufgrund technischer Probleme wird der europäische Solar Orbiter, der bereits vergangenes Jahr hätte abheben sollen, nun erst 2020 starten können. Parker dürfte sich dann längst warmgelaufen haben.

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