Schmerzmittel:Aspirin auf Rezept

Das Schmerzmittel Paracetamol ist nur noch in kleinen Dosen frei erhältlich. Eine solche Einschränkung könnte bald auch für Aspirin gelten.

Katrin Blawat

Große Packungen bislang frei erhältlicher Schmerzmittel könnten bald verschreibungspflichtig werden. Aspirin zum Beispiel soll rezeptfrei nur noch in Packungen erhältlich sein, die maximal zehn Gramm des Wirkstoffs Acetylsalicylsäure (ASS) enthalten. Dies empfehlen Sachverständige des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Aspirin

Bislang noch in großen Mengen zu haben: das Schmerzmittel Aspirin.

(Foto: Foto: dpa)

Zehn Gramm ASS entsprechen 20 Aspirin-Tabletten zu je 500 Milligramm Wirkstoff. Diese Packungsgröße wird nach Angaben des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller am häufigsten gekauft und wäre auch künftig rezeptfrei erhältlich.

Für den Wirkstoff Ibuprofen wird empfohlen, Packungen mit bis zu acht Gramm des Wirkstoffs rezeptfrei zu belassen. Die Substanz Diclofenac (häufig unter dem Handelsnamen Voltaren) soll erst bei mehr als 500 Milligramm Wirkstoff pro Packung verschreibungspflichtig werden. Doch schon jetzt halten alle in Apotheken verfügbaren Ibuprofen- und Diclofenac-Präparate die genannten Grenzwerte ein.

Der Bremer Pharmakologe Bernd Mühlbauer hält die neuen Empfehlungen daher für "Aktionismus", der nichts bringe. "Aspirin ist ein wirksames Mittel, das auch heftige Nebenwirkungen haben kann", sagt der Pharmakologe. Wenn man das Gesundheitsrisiko durch die Nebenwirkungen ernst nähme, müsse man alle Packungsgrößen rezeptpflichtig machen.

Ulrich Hagemann, der die Abteilung Arzneimittelsicherheit des BfArM leitet, begründet die Empfehlung so: "Wir wollen den Eindruck vermeiden, dass Aspirin, Diclofenac und Ibuprofen weniger gefährlich seien als etwa Paracetamol." Von April vergangenen Jahres an kann man das Schmerzmittel Paracetamol nur noch in geringen Dosen ohne Rezept kaufen. "Doch jeder Bürger, der sich für den Urlaub vorsorglich eine Packung Aspirin kaufen möchte, kann dies auch weiterhin tun", stellt Hagemann klar. Über die Empfehlungen für die weiteren Schmerzmittel müssen nun das Gesundheitsministerium und der Bundesrat entscheiden.

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