Ökologie Wie Chemikalien durch Fracking ins Grundwasser sickern

Beim Fracking in den USA wird ein Mix aus Wasser und Chemikalien Tausende Meter in die Tiefe gepresst. Immer wieder gelangen Spuren der Chemikalien ins Grundwasser. Nun können Forscher erklären, wie es dazu kommt.

Von Robert Gast

Beim Fracking in Schiefergestein wird mit Chemikalien versetztes Wasser Tausende Meter in die Tiefe gepresst. Die Brühe knackt dort gashaltiges Gestein auf. Wiederholt haben Wissenschaftler in amerikanischen Fracking-Regionen Spuren der Chemikalien im Grundwasser entdeckt. Nun argumentiert ein internationales Forscherteam im Fachmagazin PNAS, dass diese Stoffe nicht aus den Bohrlöchern ins Grundwasser gelangten, wie Kritiker vermuten. Stattdessen seien die Chemikalien bei Unfällen an der Oberfläche freigesetzt worden und dort versickert.

Die Gruppe um Desiree Plata von der Universität Yale hat Wasser aus 64 Brunnen in der Nähe der Marcellus-Formation im Nordosten der USA untersucht. In einigen der Proben fanden die Forscher Spuren von Fracking-Flüssigkeit. Die Häufigkeit der Stoffe in den Proben passe aber nicht zu dem Szenario, dass die Brühe in der Tiefe aus Bohrlöchern entwichen und durch dichtes Gestein ins Grundwasser gewandert ist. Stattdessen spreche die Zusammensetzung der Proben dafür, dass Fracking-Flüssigkeit an der Oberfläche ausgelaufen ist, wobei manche Bestandteile des Fluids verdampften. Solche Unfälle seien in der Region immer wieder vorgekommen.