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Leuchtende Fische:Farbentanz in der Tiefsee

Leuchtende Fische

Farbentanz in der Tiefsee

Sie leuchten in neon, grellgrün und giftrot: Strahlende Farben sind unter Fischen viel verbreiteter als gedacht. Forscher präsentieren nun spekakuläre Aufnahmen.

Neongrün, grellorange und giftrot: Viele Fische ziehen Unterwasser eine Lichtshow ab. Forscher präsentieren nun spektakuläre Aufnahmen - und eine Erklärung, warum der Farbentanz bislang verborgen blieb.

Korallen, Quallen und Schmetterlinge können es, sogar Papageien tun es gelegentlich: Sie leuchten. Forscher nennen das Fluoreszenz. Die Organismen nehmen Licht einer bestimmten Wellenlänge auf, wandeln die Strahlung um und geben sie in einer anderen Farbe wieder ab.

Auch im Meer ist Fluoreszenz verbreiteter als gedacht: Gleich 180 leuchtende Fische fand ein Team um John Sparks und David Gruber vom American Museum of Natural History nun bei mehreren Expeditionen (PLoS One, online).

Mit größerer Tiefe schluckt Wasser immer mehr sichtbares Licht, übrig bleibt den Meeresbewohnern nur eine karge bläuliche Beleuchtung. Doch selbst diese Wellenlängen verwerten die Fische für ihre Zwecke optimal. Spezielle Proteine in der Haut nehmen die Strahlen auf und geben sie in Neongrün, Giftrot und Orange wieder ab.

Spielt die Lichtshow bei Paarungsritualen eine Rolle?

Dass die Fluoreszenz bei den Fischen bislang weitgehend verborgen blieb, hat einen einfachen Grund: Für das menschliche Auge ist das Leuchten unsichtbar. Erst mit blau strahlenden Unterwassertaschenlampen ausgerüstet, und mit gelben Filtern über ihren Brillen und Kameras konnten die Taucher das Farbenspektakel einfangen, ähnlich wie auch erst spezielles Schwarzlicht in einer Diskothek Textilfasern zum Leuchten bringt.

Viele Fische dagegen tragen solche Filter bereits in ihren Augen und nehmen die bunten Farben daher wahr. So könnten sich Fische einer bestimmten Spezies sehen, blieben aber für Raubfische möglicherweise verborgen, vermuten die Forscher. Auch könne die Lichtshow bei Paarungsritualen wichtig sein.

In noch größerer Meerestiefe kann es allerdings so dunkel werden, dass die Strahlen nicht zum Fluoreszieren ausreichen. Trotzdem leuchten hier viele Organismen. Die Tiefseebewohner erzeugen das Licht allerdings aus eigener Kraft oder mithilfe von Bakterien selbst - diesen verwandten Effekt nennt man Biolumineszenz.