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Klimawandel:Korallenbleiche bedroht das Great Barrier Reef

Bleiche Korallen

Dieses Bild zeigt ein bleiches Korallenriff vor der Küste Cairns, Australien.

(Foto: dpa)

Forscher schlagen Alarm: Dem Unesco-Weltnaturerbe vor der Küste Australiens machen das Wetterphänomen El Niño und der Klimawandel zu schaffen.

Die Korallenbleiche, die zum Absterben der Korallen führen kann, hat am Great Barrier Reef in Australien ein beispielloses Ausmaß erreicht. 93 Prozent der Korallenbänke seien betroffen, berichteten Wissenschaftler. Vor einem Monat war noch von bis zu 50 Prozent die Rede. "In diesem Ausmaß haben wir so etwas noch nie erlebt", sagte Meeresbiologe Terry Hughes von der James Cook-Universität im australischen Douglas der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sehen jetzt mehr als 100 Jahre alte Korallen absterben."

Wenn die Wassertemperatur über längere Zeit zu hoch ist, geben die Algen, die die Korallen eigentlich mit Nährstoffen versorgen, Gifte ab. Die Korallen stoßen sie dann ab und verlieren ihre Farbe. Die Korallenstöcke werden weiß - daher die Bezeichnung "Korallenbleiche". Wenn überhaupt keine Algen mehr vorhanden sind, sterben die Korallen, die zu den Nesseltieren gehören.

Durch das Wetterphänomen El Niño ist die Wassertemperatur im Pazifik gestiegen, im Nordosten war das Wasser zeitweise 33 Grad warm. Doch an El Niño sind die Korallen eigentlich gewöhnt, das Phänomen sei seit der letzten Eiszeit 2000 Mal aufgetreten, sagt Hughes. Das Problem ist ein anderes : "El Niño löst erst Korallenbleichen aus, seit der Klimawandel die Wassertemperatur in die Gefahrenzone getrieben hat", sagt er. Das passierte am Great Barrier Reef erstmals 1998, dann wieder 2002. Das Ausmaß der Schäden sei aber dieses Mal deutlich höher.

Vor allem der nördliche Teil des Riffs ist stark beschädigt. Nur im Süden des 2300 Kilometer langen Naturwunders hält sich die Bleiche in Grenzen. "Dort sollten sich die Riffe bald wieder erholen", meinte Hughes.

Unesco Weltnaturerbe

Das Great Barrier Reef gehört zum Unesco Weltnaturerbe und gilt als die größte von Lebewesen geschaffene Struktur der Welt. Vor allem als Touristenattraktion trägt es gut vier Milliarden Euro zur Wirtschaft Australiens bei. 70 000 Arbeitsplätze hängen davon ab. Aber Korallenriffe sind auch die Kinderstube zahlreicher Fischarten. Wenn sich die kleinen Fische nicht mehr vor Raubfischen in den Korallen verstecken können, sacken die Bestände dramatisch ab.

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