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Kanada steigt aus dem Kyoto-Protokoll aus:Droht nun der Ausstieg weiterer Kyoto-Staaten?

Japan hatte bereits 2010 während der UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancún angekündigt, dass man das Kyoto-Protokoll nicht verlängern wolle, weil man es für grundsätzlich falsch halte - zumindest, solange andere große Emittenten außen vor sind. Russland und Kanada schlossen sich dieser Haltung dann an.

COP17/CMP7 United Nations Climate Change Conference 2011 in Durba

Proteste am Rande der UN-Klimakonferenz in Durban gegen die Ausbeutung der kanadische Ölsande. Kanada ist aus dem Kyoto-Protokoll ausgestiegen.

(Foto: dpa)

Neu ist nun, dass Kanada durch den Ausstieg die Strafen umgehen will, die das Nichteinhalten der Kyoto-Ziele beinhaltet. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Zahlungen an eine Organisation oder andere Staaten. Vielmehr kommt es zu höheren Auflagen bei der Einsparung von Emissionen. Die von Minister Kent angegebene Summe betrifft dem deutschen Bundesumweltministerium zufolge die zusätzlichen Kosten, die in Kanada anfallen würden, um die dann strengeren Emissionsobergrenzen einzuhalten. Hat Ottawa mit seinem Ausstieg Erfolg, könnten andere Länder diesem Beispiel folgen, die ebenfalls hinter den Zielen zurückbleiben und deshalb mit hohen Kosten rechnen müssen. Dazu gehört insbesondere Japan. Noch ist aber nicht klar, ob die Kanadier mit ihrer Strategie einfach so davonkommen - denn völkerrechtlich ist dieser Schritt ohne Beispiel.

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