Raumfahrt Sonde "Insight" schickt erste Fotos vom Mars

Mit Hilfe seiner an einem Arm befestigten Kamera machte die Sonde Insight ein erstes, klares Foto von der Mars-Umgebung.

(Foto: dpa)
  • Die Sonde Insight ist erfolgreich auf dem Mars gelandet. Das hat die Nasa mitgeteilt.
  • An Bord des Geräts sind auch Instrumente, die in Deutschland entwickelt worden sind.
  • Damit soll sich die Sonde etwa fünf Meter in den Planeten bohren und ihn erforschen.

Die Nasa-Sonde Insight ist erfolgreich auf dem Mars gelandet. "Landung bestätigt!" teilte die US-Weltraumbehörde am Montag aus ihrem Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena mit. Vorausgegangen war ein extrem kompliziertes Manöver von sechseinhalb Minuten Länge: Das sanfte Aufsetzen auf unserem Nachbarplaneten zählt zu den schwierigsten Unterfangen der Raumfahrt. Das Manöver hielt sich an den gesetzten Zeitplan. Um kurz vor 21 Uhr deutscher Zeit verbreitete sich die Erfolgsmeldung.

"Mit dieser sanften Landung, bin ich hier. Ich bin Zuhause", schrieb die Nasa im Namen der Sonde auf Twitter. An einem anderen Tweet heftete die Nasa das erste Bild der Sonde von dem Planeten an. "Meine Linsenabdeckung ist noch nicht entfernt, aber ich musste euch einfach den ersten Blick auf mein neues Zuhause zeigen", heißt es dazu.

Ob der Roboter voll funktionsfähig ist, war noch nicht klar. Nach dem Eintritt in die Mars-Atmosphäre wurde der Roboter mithilfe von Bremsraketen und einem Fallschirm in einem äußerst komplizierten Manöver abgesenkt. Die Sonde war im Mai gestartet und hat eine etwa 485 Millionen Kilometer lange Reise hinter sich.

Diese von der NASA zur Verfügung gestellte Illustration zeigt die Sonde kurz vor der Landung auf dem Mars.

(Foto: dpa)

Der 360 Kilogramm schwere Insight-Roboter kann nicht rollen, sondern bleibt an einem Ort. Mit zahlreichen wissenschaftlichen Instrumenten soll der Roboter den Mars untersuchen und vor allem mehr über den Aufbau des Planeten und die Dynamik unter seiner Oberfläche in Erfahrung bringen. Ein in Deutschland entwickeltes Gerät, eine Art Marsmaulwurf, soll sich in den Boden bohren - und zwar mit fünf Metern so tief, wie noch niemals zuvor ein Loch in einen Himmelkörper hineingebohrt wurde. Auch die Sensoren, die in besagtem Bohrloch die Temperatur und Wärmeleitfähigkeit des Mars-Gesteins erkunden sollen, stammen aus Deutschland.

Mission im Wert von 650 Millionen Euro

Zu den weiteren Vorhaben gehört die Aufzeichnung von Mars-Beben sowie die genaue Messung der Rotation unseres Nachbarplaneten. Damit wollen Forscher mehr erfahren über das Innere des Mars, über dessen Schichten und Bestandteile vom Kern bis zur Oberfläche.

Ein Model der Nasa-Sonde Insight

(Foto: REUTERS)

Die insgesamt rund 650 Millionen Euro teure Mission ist auf zwei Jahre angelegt. Bevor die eigentliche Forschungsarbeit beginnen kann, wird Insight mit einem eigenen Roboterarm die Messgeräte installieren. Das wird einige Wochen dauern.

Zuletzt hatte die Nasa 2012 den Rover "Curiosity" erfolgreich auf den Mars gebracht. Landungen auf dem roten Planeten gelten als extrem schwierig - nur rund 40 Prozent aller bisher weltweit gestarteten Mars-Missionen waren der Nasa zufolge erfolgreich. Die USA sind bisher das einzige Land, das es geschafft hat, funktionierende Forschungsrover auf dem Mars abzusetzen.

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