Insekten Was Mücken fernhält

Mücken stechen manche Menschen tatsächlich lieber als andere. Das kann man ihnen aber austreiben.

(Foto: Photographer: James Gathany; CDC/ James Gathany)

Stechmücken wählen ihre Opfer nicht zufällig aus, sondern stürzen sich auf den, der für sie am besten riecht. Doch man kann den Blutsaugern ihre Vorliebe für bestimmte Gerüche austreiben.

Von Tina Baier

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Mücken merken sich, wer nach ihnen schlägt und suchen sich dann sicherheitshalber ein anderes, weniger wehrhaftes Opfer, schreiben US-amerikanische Biologen im Fachblatt Current Biology. Schon länger ist bekannt, dass die Insekten ihre Opfer nicht zufällig auswählen, sondern sich auf bestimmte Arten spezialisieren, zum Beispiel Menschen, und dass es innerhalb dieser Art dann Individuen gibt, die sie besonders gerne mögen. Der Grund dafür sind individuelle Unterschiede im Körpergeruch.

Solche olfaktorischen Vorlieben kann man den Tieren aber offenbar austreiben: In ihrem Experiment setzten die Biologen Mücken in eine Apparatur, in der es für die Blutsauger angenehm nach menschlichem Schweiß roch. Die Forscher hatten ihn mithilfe von Nylonmanschetten gesammelt, die Probanden mehrere Stunden lang tragen mussten. Gleichzeitig wurden die Tiere kräftig durchgeschüttelt, was für Mücken so etwas wie eine Nahtod-Erfahrung ist. Einen Tag später kamen die Tiere in ein Olfaktometer - eine Röhre, die sich Y-förmig verzweigt. Aus einem Arm des Ypsilons strömte der Schweißgeruch, aus dem anderen kam ein Duft, auf den Mücken normalerweise nicht reagieren.

Die Tiere flogen ohne Zögern in die neutrale Abzweigung. Sie hatten sich gemerkt, dass der leckere Geruch mit gefährlichem Gerüttel verbunden ist und mieden ihn. Tiere, die diese Erfahrung nicht gemacht hatten, flogen dagegen stets in Richtung Schweiß. Bleibt die Frage, warum Mücken im echten Leben nächtelang nicht von ihrem Opfer ablassen, auch wenn es verzweifelt um sich schlägt. Möglicherweise ist die Abwehr im Halbschlaf einfach nicht entschlossen genug, mutmaßen die Forscher auf Anfrage.

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