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Impfung gegen Malaria:Noch sind viele Fragen offen

Die Weltgesundheitsorganisation erwägt, das Vakzin schon in drei Jahren in Teilen Afrikas in die offiziellen Impfkampagnen aufzunehmen. Noch aber sind viele Fragen rund um den Impfstoff ungeklärt, und auch die Studienautoren betonen, dass er sich in stetiger Entwicklung befinde.

Nicht alle der aktuell präsentierten Ergebnisse geben uneingeschränkt Grund zum Jubeln. Entscheidend für den Erfolg einer Malariaimpfung ist weniger die Reduzierung des allgemeinen Erkrankungsrisikos - sondern vor allem die Frage, ob das Vakzin auch die Zahl der schweren Verläufe und damit der Todesfälle durch Malaria reduzieren kann. Hier fielen die Ergebnisse jedoch etwas schlechter aus als erwartet, wie der nicht an der Studie beteiligte Tropenmediziner Nicholas White von der Mahidol-Universität in Bangkok in einem begleitenden Kommentar im New England Journal schreibt.

57 von 2830 Kindern, die den Wirkstoff erhielten, litten unter dem schweren Verlauf; in der Placebogruppe waren es 56 von 1466 Kindern. Demnach senkte das Vakzin das Risiko eines schweren Verlaufs um 47 Prozent; einer anderen, noch vorläufigen Auswertung zufolge lag der Erfolg allerdings nur bei gut 30 Prozent. Zudem gibt die Studie keine Antwort darauf, ob die Impfung auch die Zahl der Todesfälle senkt. Zehn der Kinder starben innerhalb der Studiendauer an den Folgen von Malaria. "Das sind außergewöhnlich wenige Todesfälle und zu wenige, um eine Reduktion in Folge der Impfung zu berechnen", sagt der Hamburger Malaria-Experte May. Ebenfalls ungeklärt ist, wie lange der Impfschutz anhält - die Daten aus der Studie lassen vermuten, dass er schon nach etwa vier Monaten wieder abnimmt.

Klar ist jedoch schon jetzt: Ausrotten lässt sich Malaria mittels einer Impfung nicht. "Damit behandeln wir die Symptome, nicht die Ursachen", sagt Berens-Riha. So plädieren Tropenmediziner einstimmig dafür, weiterhin auf andere Mittel der Malariabekämpfung zu setzen. "Wir brauchen nach wie vor Moskitonetze und Medikamente", mahnt Oliver Moldenhauer von der Organisation Ärzte ohne Grenzen.