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Weltartenschutz-Konferenz:Jagen oder nicht jagen?

Afrikanische Elefanten am Fuße des Kilimandscharo. Einige Länder versuchen derzeit, den Schutz der gefährdeten Tiere herabzustufen.

(Foto: AP)
  • Wilderer und der Elfenbeinhandel haben den Bestand afrikanischer Elefanten dramatisch dezimiert.
  • Auf der Artenschutzkonferenz von Cites verhandeln viele Länder derzeit aber über eine Lockerung der Handelsverbote.
  • Cites-Funktionäre verweisen darauf, dass sich der Schutz der Giganten für die Bevölkerung lohnen müsse.

Ein Schwerpunkt der Weltartenschutz-Konferenz Cites, die bis zum 28. August in Genf tagt, sind die Afrikanischen Elefanten. Die Tiere sind auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Spezies als gefährdet eingestuft. Im Jahr 2016 soll es weltweit nur noch 415 000 Exemplare gegeben haben, jüngere Zahlen existieren nicht.

Je nach Land ist die Situation der Tiere allerdings sehr unterschiedlich.Unter anderem deshalb sind Afrikanische Elefanten bei Cites, das sich ausschließlich mit dem Handel gefährdeter Tiere und Pflanzen befasst, national unterschiedlich eingestuft. In Sambia beispielsweise stehen Afrikanische Elefanten auf dem sogenannten Anhang I, der den internationalen Handel komplett verbietet. In Botswana, Namibia, Simbabwe und Südafrika sind die Tiere dagegen nur in Anhang II gelistet, hier muss der Handel "kontrolliert und beschränkt" werden. Zudem ist eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich.

Mehrere Länder des südlichen Afrika versuchen nun in Genf, die geltenden Verbote zu lockern. Sie haben beantragt, den Handel mit Elfenbein aus Botswana, Namibia, Simbabwe und Südafrika freizugeben. Sambia will außerdem, dass die Elefanten des Landes nur noch den begrenzten Schutz von Anhang II genießen. Die Vertreter dieser Länder begründen das damit, dass sich die Tiere wieder vermehrt hätten, weil sie erfolgreich geschützt worden seien.

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In Botswana etwa sei die Zahl der Elefanten zwischen 2002 und 2015 von etwa 100 000 Tieren auf 130 000 gewachsen. Ob das stimmt, ist allerdings kaum zu überprüfen. Erst im vergangenen Monat erschien in der Fachzeitschrift Current Biology ein Bericht, wonach es in Botswana eine neue Wildereikrise gibt. Demnach hat die Zahl getöteter Elefanten, deren Kadaver ohne Stoßzähne gefunden wurden, zwischen 2014 und 2018 um fast 600 Prozent zugenommen. Allein im vergangenen Jahr seien dort 156 Elefanten gewildert worden.

Tierschutzorganisationen wie der WWF oder Pro Wildlife lehnen eine Lockerung des Handels mit Stoßzähnen oder anderen Körperteilen Afrikanischer Elefanten ab und fordern ein komplettes Verbot in allen Ländern. Die neue Generalsekretärin von Cites, Ivonne Higuero hat dagegen durchaus Verständnis für solche Anliegen: Der Schutz von Tieren und Pflanzen vor Wilderern sei kostspielig, die lokale Bevölkerung müsse von ihrem Einsatz auch wirtschaftlich profitieren können, sagte sie in Genf.

"Der Schutz und der legale Handel mit Wildarten tragen zu nachhaltiger Entwicklung bei, das ist bewiesen", sagte sie. Die Bundesregierung will sich in Genf für einen besseren Kampf gegen die Wilderei einsetzen. "Dafür darf es keine Lockerung der geltenden internationalen Handelsverbote geben", teilte das Bundesumweltministerium mit. Als Jagdtrophäe dürfen Afrikanische Elefanten allerdings auch nach Deutschland eingeführt werden. Allein im vergangenen Jahr wurden 48 Genehmigungen dafür erteilt.

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