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Geschichte - Schwerin:Festempfang in Schwerin zum Tag der Einheit

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MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hält eine Rede. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa (Foto: dpa)

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Schwerin (dpa/mv) - Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat bei einem Empfang zum Tag der Einheit die Leistungen der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gewürdigt und eine positive Bilanz der Entwicklung des Landes gezogen. Mecklenburg-Vorpommern sei heute ein beliebtes Land - zum Leben, Arbeiten und Urlaubmachen. "Wir können heute alle zusammen stolz sein auf die letzten 30 Jahre. Und wir könne uns mit großer Zuversicht auch auf den Weg in die Zukunft machen", betonte Schwesig am Freitag vor rund 150 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Ehrenamt in der Schweriner Sport- und Kongresshalle.

Wegen der Corona-Schutzvorkehrungen waren die Feiern zum 30-jährigen Jubiläum der Wiedervereinigung und der Neugründung des Landes eingeschränkt und der für Mitte September geplante Mecklenburg-Vorpommern-Tag abgesagt worden. "Wir haben uns alle auf ein großes Landesfest zum 30. Geburtstag in Greifswald gefreut. Corona hat uns für ein so großes Bürgerfest einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir wollen diesen Mecklenburg-Vorpommern-Tag im nächsten Jahr nachholen und dazu lade ich schon heute alle ein", sagte Schwesig. Als Termin nannte sie den 4. bis 6. Juni 2021.

Zuvor werde aber am 16. Oktober in Waren (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) das Landes-Denkmal für die friedliche Revolution von 1989 eingeweiht. Mit ihren Protesten, die im Nordosten in Waren ihren Anfang nahmen, hätten mutige Menschen den Weg geebnet für die Deutsche Einheit und die Entwicklung des Landes.

Zur guten Bilanz Mecklenburg-Vorpommern gehöre die Verdreifachung des Bruttoinlandsprodukts seit 1990 und die Senkung der Arbeitslosenquote von ehemals fast 26 auf nun gut 7 Prozent. Doch sei das Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in Ost und West noch nicht erreicht, was sich auch an ungleichen Löhnen und Renten zeige. Deren Angleichung bleibe weiter das Ziel, betonte Schwesig und erneuerte die Forderung nach besonderer Förderung strukturschwacher Regionen.

Die Weichen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes seien gestellt, betonte Schwesig. Neben traditionellen Branchen wie Tourismus, Schiffbau und Nahrungsgüterwirtschaft setze das Land einen strategischen Schwerpunkt bei der Gesundheitswirtschaft und erhoffe sich Impulse auch in der zukunftsträchtigen Wasserstoffwirtschaft.

Unter Hinweis auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie rechtfertigte Schwesig die massiven staatlichen Finanzhilfen. Viele Unternehmen seien ohne eigenes Verschulden in Schwierigkeit geraten. "Deshalb ist es richtig, dass wir uns entschieden haben, gerade unsere industriellen Kerne zu stützen", erklärte Schwesig. Der Staat könne wirtschaftliche Tätigkeit nicht ersetzen, aber helfen, Produktion und damit gute Arbeitsplätze zu erhalten.

Schwesig hob auch die Bedeutung gutnachbarschaftlicher Beziehungen hervor und kündigte einen baldigen Besuch in der polnischen Woiwodschaft Westpommern an. Ganz besonders freue sie sich zudem auf den für 2021 geplanten Russlandtag. "Unabhängig von internationalen Diskussionen und Konflikten halten wir als Land Mecklenburg-Vorpommern an Partnerschaft, Nachbarschaft und einem guten Miteinander im ganzen Ostseeraum fest", sagte die Schweriner Regierungschefin. Schwesig gehört zu den entschiedensten Befürwortern der auch von Polen kritisierten Gas-Pipeline Nord Stream 2, die russisches Gas durch die Ostsee nach Deutschland bringen soll.

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