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Gene für den Geruchssinn:Elefanten haben den besten Riecher

A family of elephants walks after cooling themselves in a pond during a census at the Amboseli National Park southeast of Kenya's capital Nairobi

Elefanten haben deutlich mehr Gene, um Riechrezeptoren auszubilden, als gedacht

(Foto: Thomas Mukoya/Reuters)

Dass ihr Rüssel nützlich ist, war klar. Aber dass Elefanten mit ihrem Geruchssinn selbst Hunde übertreffen, kommt für Wissenschaftler überraschend. Wozu die Dickhäuter so gut riechen können, stellt Forscher vor ein Rätsel.

Zirkusgänger, Zoobesucher und natürlich all jene Privilegierten, die Elefanten in der freien Wildbahn wie hier in Kenia erleben durften, staunen gemeinhin über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten eines Rüssels. Der Elefant kann damit Blätter zupfen, Baumstämme heben und mit Wasser spritzen.

Dagegen scheint die Verwendung als Riechorgan in den Hintergrund zu treten. Doch das wäre eine grobe Missachtung der olfaktorischen Fähigkeiten des Elefanten. Neue Erbgutanalysen zeigen, dass die Dickhäuter eine Rekordzahl an Genen besitzen, die für die Bildung von Riechrezeptoren verantwortlich sind.

Japanische Wissenschaftler heben den Afrikanischen Elefanten in der Zeitschrift Biology Letters nun sogar auf das Siegerpodest in der Kategorie Riechvermögen. Eine umfangreiche Genanalyse von 13 Säugetierarten zeigte, dass Elefanten mehr als 2000 Gene besitzen, die olfaktorische Rezeptoren ausformen. Der bisherige Spitzenreiter, die Ratte, hat rund 1200 solcher Gene und der Mensch um die 400.

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Studie mit Asiatischen Elefanten gezeigt, dass diese deutlich subtilere Geruchsunterschiede erkennen können als Menschen und Affen. Auch Hunde, die für ihren Geruchssinn bekannt sind, haben eine geringere Zahl von Riechrezeptor-Genen: gut 800. Womöglich versetzt die große Zahl solcher Gene Elefanten in die Lage, verschiedene Pflanzen am Geruch zu unterscheiden. "Tatsächlich ist nicht so klar, welche Aspekte der Riechfähigkeit mit einer hohen Zahl von Rezeptor-Genen verknüpft sind", sagt Yoshihito Niimura.

© SZ vom 23.07.2014/chrb
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