Europäische Raumsonde "Rosetta":Rendezvous im All

Lesezeit: 1 min

Die europäische Raumsonde "Rosetta" hat beeindruckende Bilder vom Asteroiden Lutetia geschossen. Ihre Begegnung fand gut 400 Millionen Kilometer von der Erde entfernt statt.

Christopher Schrader

Nelken im Knopfloch oder sonstige Erkennungszeichen waren nicht notwendig - bei dem Blind Date am Samstagabend waren außer Rosetta und Lutetia ohnehin nichts und niemand in der Nähe.

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Lutetia hat schon einige Blessuren von diversen Zusammenstößen.

(Foto: afp)

Die beiden Wanderer zwischen den Welten rasten in einer Minute aneinander vorbei. Als einziges Zeichen der Begegnung gingen später einige hundert Fotos auf der Erde ein, die die Europäische Weltraumagentur Esa mit großem Stolz veröffentlichte. Ausführliche Messdaten sollen später folgen.

Für die europäische Raumsonde Rosetta war das Rendezvous mit dem Asteroiden Lutetia eine wichtige Bewährungsprobe. Sie ist auf dem Weg zu dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko, den sie 2014 erreichen und auf dem sie eine kleine Landesonde absetzen soll. Im September 2008 war Rosetta schon einmal an einem Asteroiden vorbeigeflogen, dem Felsbrocken Steins, dabei hatte aber gerade im Moment der größten Annäherung eine ihrer Kameras versagt. Diesmal ging offenbar alles glatt.

Die Begegnung im All fand gut 400 Millionen Kilometer von der Erde entfernt statt. Rosetta näherte sich Lutetia mit gewaltigen 15 Kilometern pro Sekunde, der Abstand zwischen beiden fiel dabei am Samstagabend um 18.10 Uhr deutscher Zeit auf 3162 Kilometer. Die Fotos der beiden Kameras zeigen den Asteroiden als länglichen Felsklotz von 130 Kilometern Ausdehnung, der zahlreiche Krater von Zusammenstößen mit anderen Himmelskörpern hat.

"Heute Nacht haben wir ein Überbleibsel aus der Entstehung des Sonnensystems gesehen", sagt Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Die Forscher schätzen Lutetias Alter auf 4,5 Milliarden Jahre.

Rosetta soll nun einige Jahre schlafen, um Energie zu sparen. "Ende 2013, Anfang 2014 wecken wir sie Stück für Stück wieder auf", sagt Paolo Ferri von der Esa. Die europäische Sonde wird sich in der Zeit gut 900 Millionen Kilometer von der Erde entfernen.

Wenn sie den Kometen im Mai 2014 erreicht, ist dieser auf dem Weg Richtung Sonne. Rosetta soll ihn bis Ende 2015 begleiten und hat am Ende ihrer Mission 7,1 Milliarden Kilometer auf dem Tacho. Und Erinnerungen an drei außergewöhnliche Rendezvous.

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