Esoterik an deutschen Hochschulen Esoterische Vorlesungen in Weihenstephan

Wie zuerst der Journalist Dirk Maxeiner berichtete, hat Diplomingenieur Brönnle unlängst eine weitere Aufgabe übernommen: Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf hat ihm für das Wintersemester 2011 einen Lehrauftrag erteilt: Brönnle darf dort "Radiästhesie, Ätherwissenschaften, Geomantie & Feng Shui in der Stadtplanung, Geomantische Landschaftsinterpretation, Geomantie und Feng Shui in der Gartengestaltung u. a." vorstellen, wie er selbst verkündet.

Die Darstellung von Wünschelrutengängern in einem Buch von Georgius Agricola aus dem 16. Jahrhundert soll die alte Tradition belegen, die hinter dieser Methode steckt. Agricola selbst hielt allerdings nichts davon.

(Foto: oh)

Die Vorlesungen hält Brönnle für den Fachbereich "Landschaftsarchitektur", und zwar im Rahmen des Wahlpflichtfachs "Landschaftsästhetik & Geomantie und Feng Shui in der Landschaftsarchitektur". Das Thema "Landschaftsästhetik" wird dabei von Professor Frieder Luz übernommen.

Irritierend ist die Arbeit der Wünschelrutengänger an deutschen Hochschulen nicht nur wegen des esoterischen Weltbildes. Dazu kommt, dass sie zum Beispiel regelmäßig versagen, wenn sie in Experimenten ihre angebliche Fähigkeit, Wasser aufspüren zu können, beweisen sollen. Überhaupt legen die Anhänger der Radiästhesie einen gravierenden Mangel an geologischen Grundkenntnissen an den Tag, wenn sie etwa auf Wasseradern hinweisen. Grundwasser fließt normalerweise nicht in Adern, sondern auf breiter Fläche. Lediglich in verkarsteten Kalksteinformationen findet man gelegentlich unterirdische Bäche - von denen keine Strahlen ausgehen.

Und auch die von den Esoterikern beschriebenen Phänomene wie das Hartmanngitter - ein Gitter von erdmagnetischen "Reizstreifen" -, das Curry-Netz der Erdstrahlen und irgendwelche "feinstoffliche" Wirkung diverser Ursachen konnte noch niemand mit wissenschaftlichen Methoden nachweisen.

Dazu kommt, dass Wünschelruten und Pendel nicht auf die Umwelt, sondern auf unbewusste Muskelbewegungen reagieren. Man spricht hier vom Carpentereffekt.

Trotzdem werden Wünschelrutengeher nicht müde, gerade die angebliche Wissenschaftlichkeit ihrer Arbeit zu betonen. Sie berufen sich einerseits auf eine jahrhundertealte Erfahrung, bezeichnen ihre eigene Tätigkeit jedoch als moderne physikalische Radiästhesie.

Sie sprechen von frequenzgenauer Abstimmung der emittierten Wellenlängen, von disharmonischen Zonen, harmonisierenden Frequenzen und persönlichen Schwingungen. Um diese Wellen und Schwingungen wahrzunehmen, benötigt es allerdings eine gewisse Strahlenfühligkeit. Sowohl die Strahlen als auch ihre Wirkung auf den Menschen entziehen sich so natürlich elegant der direkten wissenschaftlichen Überprüfbarkeit.