E-Mobilität:Die Autobatterien könnten die Stromnetze stützen

Beim Testlauf in Buchloe erfolgte die Steuerung über die Ladesäulen. Einen anderen Weg geht das Berliner Unternehmen Ubitricity: "Wir bauen die nötige Steuer-, Mess- und Regeltechnik in die Ladekabel der Autos ein", sagt Gründer und Geschäftsführer Frank Pawlitschek. Das erlaube es, den Autos einen eigenen Stromvertrag zu geben.

"Unsere Ladekabel dienen als eine Art Tankkarte für die Elektromobilität", erklärt Pawlitschek. "Wenn etwa jemand einen Dienstwagen über Nacht in seiner Garage lädt, geht das nicht auf seine private Stromrechnung, sondern auf den Vertrag, den sein Arbeitgeber für das Auto abgeschlossen hat." Vor allem macht es die Integration der Technik in die Ladekabel möglich, die Autobesitzer finanziell zu belohnen, wenn sie ihre Batterien für die Stützung der Netze zur Verfügung stellen - etwa durch einen günstigeren Stromtarif.

Bereits heute gewähren manche Netzbetreiber einen Nachlass bei den Netzentgelten, wenn sie die Steuerung der Ladevorgänge übernehmen dürfen. Das Angebot wird allerdings noch kaum genutzt.

Ein paar Euro Ersparnis beim Netzentgelt sind kein Anreiz

Warum ist das so? Zum einen natürlich, weil bislang erst sehr wenige Elektroautos unterwegs sind. Dazu kommen psychologische Gründe: Die Autobesitzer geben die Kontrolle über ihre Batterie ab. Das dürfte manchem schwerfallen, obwohl die Netzbetreiber garantieren, dass der Akku zum festgelegten Zeitpunkt voll geladen sein wird. Stärker noch dürfte aber ins Gewicht fallen, dass der finanzielle Nutzen schlichtweg zu gering ist.

Die Ersparnis durch reduzierte Netzentgelte beläuft sich auf wenige Euro im Jahr - kein Anreiz für jemanden, der sich ein Elektroauto leisten kann. "Wir müssen darüber diskutieren, wie sichergestellt wird, dass der Netzbetreiber in bestimmten Situationen die Ladevorgänge steuern kann", sagt BDEW-Hauptgeschäftsführer Kapferer. Instrumente dafür gäbe es genug, von stärkeren finanziellen Anreizen bis hin zur Verpflichtung, den Betreibern bei Engpässen die Ladesteuerung zu überlassen.

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