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Coca-Cola:Anteil an umstrittenem Farbstoff schwankt von Land zu Land

Äußerlich und im Geschmack sind sie gleich. Doch wer etwa in Brasilien eine Büchse Coca-Cola trinkt, bekommt nach Auskunft von US-Wissenschaftlern eine weitaus größere Dosis einer umstrittenen Substanz ab, als ein Cola-Fan in Kalifornien.

US-Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Menge der umstrittenen Substanz 4-Methylimidazol (4-MEI), die sich in einer Dose Cola befindet, je nach Land sehr unterschiedlich sein kann. Das berichtet Michael Jacobson, Direktor des Zentrums für Wissenschaft im öffentlichen Interesse (CSPI), im International Journal of Occupational and Environmental Health.

Coca-Cola Soft Drinks

Wie hoch der Anteil der umstrittenen Substanz 4-Methylimidazol (4-MEI) in deutscher Cola ist, ist nicht bekannt.

(Foto: Bloomberg)

Die Verbraucherorganisation CSPI mit Sitz in Washington hatte bereits im März davor gewarnt, dass der Farbstoff, der Cola und andere Softgetränke dunkel werden lässt, eine möglicherweise krebserregende Substanz enthält.

Den nun präsentierten Messwerten zufolge enthalten 355 Milliliter Coca-Cola - eine weit verbreitete Dosengröße - in Kalifornien nur noch vier Mikrogramm 4-Methylimidazol. In Brasilien seien es 267 Mikrogramm, in Kenia 170. In Großbritannien, Kanada, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie in Mexiko liege der Anteil zwischen 145 und 160 Mikrogramm je 355 Milliliter des Getränks. Für Deutschland lag keine Angabe vor. 4-MEI ist ein Nebenprodukt der Herstellung von Zuckercouleur. Tierversuche deuten auf krebserregende Wirkungen bei dem Farbstoff hin.

In Kalifornien wurde der Anteil an 4-MEI von den Herstellern drastisch gesenkt, nachdem der US-Bundesstaat die Substanz auf seine Liste karzinogener Stoffe gesetzt und ab bestimmten Konzentrationen Warnhinweise auf dem Etikett von Büchsen und Flaschen verlangt hatte.

Zum Glück tränken die meisten Menschen in anderen Ländern weniger Cola als viele in den USA, erklärte CSPI-Direktor Jacobson. Da nach den Änderungen in Kalifornien nun klar sei, dass sich das Getränk auch mit geringen 4-MEI-Werten produzieren lasse, gebe es doch aber keinen Grund mehr, dies nicht auch in anderen Ländern zu tun, meinte der Wissenschaftler.

Coca-Cola sieht keine Gefahren von seinem Produkt ausgehen. Das Unternehmen betont, dass der Zuckerfarbstoff in seinen Getränke "sicher ist und immer sicher gewesen ist. Wir haben unsere Zulieferer gebeten, den 4-MEI-Wert in Kalifornien zu senken, weil wir vermeiden wollten, dass wir unsere sicheren Getränke mit einem wissenschaftlich unbegründeten Warnhinweis versehen müssen."

© süddeutsche.de/dpa/sst/dmo
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