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Biomaterialien:Die Schnecke mit den härtesten Zähnen der Welt

Die Napfschnecke sieht aus wie ein kleiner Hut, sie klebt an Felsen und ernährt sich von abgelagerten Algen

(Foto: Andrew Writer/ Flickr / CC by 2.0)

Die Fresswerkzeuge der unscheinbaren Napfschnecken sind unerreicht: Sie bestehen aus einem der stabilsten Biomaterialien überhaupt. Damit knabbern sie bevorzugt an Felsen.

Die Napfschnecke beschert der Welt einen neuen Rekord. Die Zähne der Tiere bestehen aus dem stärksten bekannten Biomaterial. Das berichten Wissenschaftler um Asa Barber von der Universität Portsmouth im Journal of the Royal Society Interface.

Napfschnecken kleben an den Felsen von Küsten und sehen aus wie kleine Hüte. Mit ihren Zähnen raspeln sie Algen von den Steinen. Die britischen Forscher prüften die Napfschneckenzähne nun in einem Zugtest; sie ermittelten also nicht die Härte des Materials sondern, vereinfacht gesagt, wie fest daran gezerrt werden kann, ohne dass es reißt.

Die Napfschneckenzähne toppten dabei Spinnenseide, den bisherigen Rekordhalter im Reich der Biomaterialien. Die Zähne der Schnecken bestehen unter anderem aus dem Mineral Goethit, das auch als Nadeleisenerz bekannt ist. Die Fresswerkzeuge sind so stabil, weil sie aus extrem vielen Nanofasern aufgebaut sind, die um ein Vielfaches feiner sind als etwa ein menschliches Haar.

Und so können Napfschnecken unermüdlich an harten Felsen raspeln und sich von den daran wachsenden Algen ernähren, ohne dass ihre Fresswerkzeuge stumpf werden.

© SZ vom 19.02.2015 / SZ
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