Astronomie:Sternschnuppen und Mini-Sonnenfinsternis über Deutschland

Merkur vor der Sonne fotografiert

Am 9. Mai wandert Merkur vor der Sonne vorbei.

(Foto: dpa)
  • In der Nacht zum 6. Mai erreichen die Aquariden ihren Höhepunkt - ein Strom von Sternschnuppen.
  • Am 9. Mai wandert der Planet Merkur an der Sonne vorbei.
  • Das seltene Ereignis ist nur mit einem Fernrohr zu sehen.

In den nächsten Tagen sind zwei besondere Ereignisse am Himmel zu sehen. Nachts leuchtet der jährliche Strom der Aquariden. Es handelt sich um schnelle Meteore, die mit einer Geschwindigkeit von etwa 65 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre eindringen und als Sternschnuppen verglühen. Ihr Ausstrahlungspunkt - das Zentrum des Schauspiels - liegt im Sternbild Wassermann, daher der Name.

Die Aquariden sind abgesplitterte Bruchstücke des Halleyschen Kometen. Seinen Höhepunkt erreicht der Meteorstrom in der Nacht zum 6. Mai. Bei wolkenlosem Himmel leuchten bis zu sechzig Sternschnuppen pro Stunde auf. Die beste Beobachtungszeit sind die Morgenstunden zwischen drei Uhr und Sonnenaufgang. Ausschau halten sollte man in Richtung Süden.

Wer für die Astronomie nicht früh aufstehen will, hat aber Glück. Drei Tage später, am 9. Mai, zieht Merkur als dunkler Punkt an der Sonne vorbei. Experten nennen dieses Ereignis Merkurtransit, umgangssprachlich auch Mini-Sonnenfinsternis.

Mit bloßem Auge ist der Planet nicht zu erkennen

Ein solcher Merkurtransit ist seltener als eine Sonnen- oder Mondfinsternis. Im 21. Jahrhundert tritt der Planet nur 14 Mal vor die Sonne. Nicht alle Merkurtransite sind von Mitteleuropa aus zu sehen. Zuletzt konnte das Schauspiel von Deutschland aus 2003 beobachtet werden, das nächste Mal ist es erst wieder 2019 möglich.

Um Merkur als dunklen Punkt vor der Sonne zu sehen, braucht es ein Fernrohr mit stabilem Stativ und mindestens fünfzigfacher Vergrößerung. Das Teleskop benötigt zudem einen Schutzfilter. Keinesfalls sollte man mit bloßem Auge in die Sonne schauen, ohnehin ist Merkur so nicht zu erkennen.

Der kleine Planet Merkur ist von einem dünnen Gasgemisch, der Exosphäre, umhüllt. Die Gashülle besteht vor allem aus Sauerstoff, Natrium und Wasserstoff. Forscher des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam wollen das Ereignis nutzen, um Natrium in der Exosphäre aufzuspüren und die Messgenauigkeit ihrer Instrumente zu testen.

Wer keine Schutzausrüstung und Fernrohr besitzt, kann Merkurs Vorbeiflug in einer Sternwarte verfolgen. Der Transit beginnt um 13.12 Uhr, Merkur tritt dann am Ostrand der Sonne auf. Gegen halb neun am Abend ist Merkur an der Sonne vorbei gezogen.

© SZ.de/dpa/fehu/chrb
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