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Artenschutz:Umzug der Nashörner

Die letzten Nashörner sehen im Kruger-Nationalpark, dann noch Johannesburg und Kapstadt besuchen - die typische Südafrika-Reise.

(Foto: Christophe Simon/AFP)

Schutz vor Wilderern: Weil sie in Südafrika nicht sicher sind, wollen Artenschützer 80 Nashörner nach Australien umsiedeln.

Von Hanno Charisius

Um sie vor Wilderern zu retten, wollen Artenschützer 80 Nashörner aus Südafrika nach Australien umsiedeln. Die ersten sechs Tiere sollen nach Auskunft der Organisation Australian Rhino Project bereits im Mai in Johannesburg in eine zweimonatige Quarantäne gehen, bevor sie im August auf den anderen Kontinent geflogen werden. Dort müssen sie zunächst wieder für zwei Monate in Quarantäne.

Die letzte Etappe ist dann nicht mehr lang: Voraussichtlich in einem Zoo-Park nahe Adelaide sollen sie später wohnen. In Afrika gebe es keine sicheren Plätze mehr für Nashörner, erklärt Ray Dearlove, Gründer des Australian Rhino Projects. Den Umzug auf den anderen Kontinent bezeichnet er als "biologische Versicherung" gegen das Aussterben der bedrohten Art. 14 Tiere sollen noch in diesem Jahr folgen, bis 2019 sollen jedes Jahr weitere 20 Tiere nach Australien gebracht werden.

Wie reagieren die heimischen Tiere?

Umsiedelung in einen neuen Lebensraum wird von manchen Biologen als letzte Rettung für aussterbende Arten in Betracht gezogen, ist aber sehr umstritten. Wie sich die Tiere in der neuen Umgebung verhalten, ist genauso wenig vorhersehbar, wie die Reaktion der heimischen Tiere auf den neuen potenziellen Konkurrenten.

Solche Probleme sind bei dem australischen Projekt jedoch nicht zu erwarten. Die Nashörner werden nicht in die freie Wildbahn entlassen, sondern sollen in eingegrenzten Wildparks unter der Aufsicht des Menschen leben.

© SZ vom 01.04.2016/fehu
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