Archäologie Nahrung für die Götter

Dem Regengott Tlaloc (links) und dem Kriegsgott Huitzilopachtli wimdeten die Mexica zwei Tempel mit Menschenopfern.

(Foto: Tallandier / Codex Borbonicus, 1507)

Das Aztekenvolk der Mexica pflegte vor 500 Jahren einen grausamen Opferritus und baute aus Schädelknochen der Getöteten religiöse Kultstätten. Das Ausmaß der Massenmorde war lange unklar - bis Forschern ein spektakulärer Fund gelang.

Von Lizzie Wade

Der Priester stach sein Messer mit einem Ruck in den Oberkörper des Gefangenen, dann schnitt er geschickt dessen noch schlagendes Herz heraus. Dieses Opfer, eines unter Tausenden in der heiligen Stadt Tenochtitlan, würde die Götter ernähren und für den Fortbestand der Welt sorgen.

Der Tod war jedoch nur der Anfang eines Rituals, das einen Zugang eröffnet zur spirituellen Welt der Mexica-Menschen im zentralen Mesoamerika des 14. bis 16. Jahrhunderts. Weitere Priester trugen die Leiche anschließend in einen Raum, wo sie ...