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Wohnen - Hannover:Drastische Mietsteigerungen in Niedersachsen: Lüneburg vorn

Hannover (dpa/lni) - Die Mieten in Niedersachsen sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Laut einer am Montag veröffentlichten Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage von Victor Perli, Bundestagsabgeordneter der Linken, kletterten die Mieten in Wolfsburg von 2012 bis 2018 jährlich um 8,5 Prozent, in Braunschweig um 6,4 Prozent und in Hannover um 6,1 Prozent.

Die höchsten Angebotsmieten weisen demnach Lüneburg mit 9,52 Euro pro Quadratmeter und Göttingen mit 9,06 Euro pro Quadratmeter auf. Das Bundesinnenministerium bezieht sich auf Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sowie der IDN Immodaten GmbH.

Die Linken forderten eine gesetzliche Deckelung der Mietpreise auf dem Wohnungsmarkt in Niedersachsen. Nach Berliner Vorbild sollten die aktuellen Mieten auf dem jetzigen Stand für fünf Jahre eingefroren und regionale Höchstmieten festgelegt werden. Die Ende 2016 eingeführte Mietpreisbremse sei wirkungslos verpufft. Auch in kleineren Städten stiegen die Mieten erheblich, sagte Perli.

In Niedersachsen sei der Bestand an Wohnungen mit Mietpreisbindung seit 2005 um fast ein Viertel auf weniger als 75 000 gesunken. Notwendig seien neben dem Mietendeckel eine Offensive beim sozialen Wohnungsbau, die Gründung einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft und mehr Wohnungen in kommunaler Hand, forderte die Linkspartei.