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Wirtschaft kompakt:Spritpreise drücken Konsumlaune

Wegen der hohen Benzinpreise vergeht den Verbrauchern die Shoppinglaune. Außerdem: Die neuen Energiesparlampen enttäuschen.

Die stark gestiegenen Benzinpreise haben die Konsumlust der Verbraucher im März leicht gedämpft. Sie rechnen mit weiter steigenden Preisen, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mitteilte. Die Konjunktur und damit die Einkommenserwartungen schätzen die Verbraucher demnach aber zunehmend optimistisch ein. Daher erweist sich das von der GfK ermittelte Konsumklima als insgesamt stabil.

Die Preise für Benzin und Diesel an deutschen Tankstellen befinden sich seit Wochen auf Höchstständen. Dies habe bei den Verbrauchern zu einer steigenden Preiserwartung geführt, erklärte die GfK in Nürnberg. Dies wirke sich wiederum dämpfend auf die Konsumneigung aus - der entsprechende Indikator verzeichnete daher ein kleines Minus von 0,8 Punkten.

Ein sattes Plus von zehn Punkten dagegen konnten die GfK-Experten bei der Konjunkturerwartung messen. Damit erreichte dieser Indikator nach einem Rückgang im Februar mit 4,5 Punkten wieder den positiven Bereich. Grund für die besseren Erwartungen sind laut GfK die stärker werdenden Erholungssignale der Wirtschaft und die Tatsache, dass der befürchtete Arbeitsplatzabbau bislang ausgeblieben ist.

Energiesparlampen enttäuschen im Test

Bei vielen Energiesparlampen lässt die Leuchtkraft schnell nach und sie halten auch nicht besonders lange. Zu diesem ernüchternden Fazit kommt die Stiftung Warentest in der April-Ausgabe ihrer Zeitschrift Test. Die Verbraucherexperten testeten 28 Modelle mit "warmweißem" Licht und unterschiedlichen Helligkeitsstufen. Nur drei Energiesparlampen erhielten die Testnote "gut". Fünf waren "befriedigend", 14 lediglich "ausreichend", und sechs fielen mit dem Urteil "mangelhaft" durch. Viele der getesteten Lampen sind laut Test allerdings Auslaufmodelle oder inzwischen verändert worden.

Die Tester machten zwei Hauptprobleme aus. Zum einen lässt die Leuchtkraft vieler Lampen zu schnell nach. Dies ist ein wichtiger Punkt, da Energiesparlampen mit der Zeit an Helligkeit verlieren, dabei jedoch genauso viel Strom verbrauchen.

Die allmähliche Abnahme der Energieeffizienz verringert den Umwelt- und Kostenvorteil gegenüber Glühlampen. Ein Großteil der untersuchten Lampen fiel demnach bereits nach weniger als 6000 Brennstunden ganz aus. Das ist weit entfernt von den deklarierten Herstellerangaben, mit denen oft 10.000 Stunden und mehr versprochen werden.

Zum anderen überstanden einige Energiesparlampen laut Stiftung Warentest nicht einmal 10.000 Schaltzyklen. Manche Lampen gingen im Dauertest sogar schon nach 5000 Mal An- und Ausschalten kaputt. Im Vergleich dazu können sehr gute Modelle mehr als 70.000 Mal an- und ausgeschaltet werden. Selbst große Marken wie Megaman, Osram und Philips haben demnach schwache Produkte im Test.

Privileg geht an Whirlpool

Die frühere Quelle-Hausgerätemarke Privileg geht an den US-Hersteller Whirlpool, der in Deutschland mit Geräten unter den Namen Bauknecht und KitchenAid bekannt ist. Verkäufer ist der Hamburger Otto-Versand. Otto hatte Privileg im November 2009 aus der Insolvenzmasse des insolventen Versandhauses Quelle erworben.

Wie Otto mitteilte, wird Whirlpool dem Versandhaus Otto die Möglichkeit geben, die Privileg-Produkte zu verkaufen. So könnte Otto seine Marktposition bei Geräten wie Kühlschränken oder Herden verbessern, wo früher Quelle mit Privileg sehr stark war. Ein Preis für den Weiterverkauf der Markenrechte wurde nicht genant.

Der Otto-Versand hatte erst vergangenen Woche mitgeteilt, dass die Internetseite www.Quelle.de wieder aktiv ist. Otto hatte 65 Millionen Euro für die Markenrechte an Quelle, Privileg und anderen Quelle-Marken gezahlt. Auf der monatelang eingefrorenen Quelle-Seite stehen inzwischen Links zu Otto-Marken wie Sport-Scheck oder Witt. Otto-Vorstandschef Rainer Hillebrand hatte im Januar bereits angekündigt, Otto wolle die Marke Quelle wiederbeleben, hatte aber keine Einzelheiten genannt.

Ein-Euro-Jobber schwer zu vermitteln

Betriebe halten jeden dritten Ein-Euro-Jobber für ungeeignet für den normalen Arbeitsmarkt. Vor allem bei der Belastbarkeit und den beruflichen Qualifikationen sehen die Arbeitgeber Defizite, wie eine Umfrage des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab. Die 4.000 befragten Betriebe befanden rund die Hälfte der Ein-Euro-Jobber für geeignet, eine reguläre Beschäftigung auszuüben, bei den restlichen Kandidaten hieß es, eine Beurteilung sei noch nicht möglich.

Zwar wurden in der Umfrage aus dem Jahr 2008 neun von zehn Teilnehmern als "prinzipiell geeignet" für die von ihnen ausgeführten Tätigkeiten eingestuft. Jeder fünfte Betrieb bemängelte jedoch ihre Defizite bei der Kommunikations- und Teamfähigkeit. In jedem achten Fall wurde eine zu geringe Arbeitsmotivation kritisiert. Das IAB rät daher, den Arbeitslosen neben ihrer Tätigkeit als Ein-Euro-Jobber auch eine sozialpädagogische Betreuung zukommen zu lassen, um diese Probleme zu lösen. Außerdem empfiehlt das der Bundesagentur für Arbeit angeschlossene Institut einen stärkeren Kontakt der Betriebe zu den Arbeitsvermittlern.

Die Umfrage habe ergeben, dass nur 18 Prozent der Unternehmen regelmäßig alle vier Wochen Kontakt zu den Jobvermittlern hielten, 27 Prozent dagegen gar nicht. Nur durch Rückmeldungen der Betriebe könnten sich die Vermittler ein genaueres Bild von den Stärken und Schwächen der Arbeitssuchenden machen, argumentieren die IAB-Autoren Daniel Bela, Anja Kettner und Martina Rebien. Individuell angepasste Trainingsmaßnahmen könnten dann dazu beitragen, die Beschäftigungsfähigkeit der Ein-Euro-Jobber weiter zu fördern.

Zudem könne ein engerer Kontakt zwischen Betrieben und Vermittlern das Risiko verringern, dass durch die Ein-Euro-Jobs reguläre Beschäftigung verdrängt werde. "Wenn ein guter Kontakt besteht, wissen die Vermittler besser, wo genau die Ein-Euro-Jobber eingesetzt werden", erklärt IAB-Forscherin Rebien. Dadurch könnten sie besser abschätzen, ob diese Tätigkeit auch dem Profil einer solchen Arbeit entspreche. Derzeit gibt es laut IAB rund 250.000 Ein-Euro-Jobber.

Evonik hofft auf steigende Umsätze

Nach dem Krisenjahr 2009 geht der Chemie- und Energiekonzern Evonik wieder auf Wachstumskurs: Dank strikter Sparmaßnahmen und einer spürbaren Nachfragebelebung rechnet das Essener Unternehmen in den kommenden Monaten wieder mit steigenden Umsätzen. Konzentrieren will sich Evonik vor allem auf profitable Bereiche im Spezialchemiegeschäft. Im vergangenem Jahr hatte der Konzern bei einem Umsatzrückgang von 18 Prozent einen Gewinn von rund 240 Millionen Euro erzielt, 15 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Im Krisenjahr 2009 sei es gelungen, den zunächst deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses wieder aufzuholen, sagte Evonik-Chef Klaus Engel. Vor allem mit den frühzeitig eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung habe man der globalen Finanzkrise und ihren Folgen erfolgreich die Stirn geboten. Das kurzfristige Einsparziel von rund 300 Millionen Euro wurde laut Evonik mit mehr als 500 Millionen Euro im vergangenen Jahr erheblich übertroffen.

Ab 2012 will das Unternehmen die Kosten dauerhaft um 500 Millionen Euro jährlich senken. Zuletzt gaben aber auch bessere Geschäfte wieder Anlass zur Hoffnung: Im Januar und Februar habe der Umsatz deutlich über den Vorjahreszahlen gelegen - wenngleich auch noch nicht auf den Mengen- und Umsatzniveaus von 2008, erklärte der Vorstand.