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Wirtschaft kompakt:Gewaschen wird immer

Das Kosmetik- und Waschmittelgeschäft schützt den Henkel-Konzern vor Verlusten. Adidas dagegen spürt die Konsumflaute deutlich - ebenso wie der Computerspielehersteller EA.

Bei dem Chemie- und Konsumgüterkonzern Henkel federn umsatzstarke Marken wie Persil die Auswirkungen der Wirtschaftskrise ab. Das Waschmittelgeschäft, die Keimzelle des Düsseldorfer Unternehmens, erzielte im zweiten Quartal 2009 so hohe Zuwächse wie seit Jahren nicht mehr.

Persil, Foto: dpa

Dank der Waschmittel- und Kosmetiksparte lief das zweite Quartal für den Henkel-Konzern zufriedenstellend.

(Foto: Foto: dpa)

Auch die Kosmetiksparte kann trotz der Krise bessere Ergebnisse vorweisen, wie aus den am Mittwoch veröffentlichen Zahlen hervorgeht. Das Klebstoffgeschäft, das nach einem milliardenschweren Großeinkauf für fast die Hälfte des Konzernumsatzes steht, leidet dagegen weiterhin.

Im zweiten Quartal sank daher der Umsatz um fünf Prozent auf 3,48 Milliarden Euro. Unter dem Strich schoss der Quartalsgewinn zwar von 42 auf 150 Millionen Euro in die Höhe. 2008 hatten aber hohe Aufwendungen für den Umbau des Konzerns das Ergebnis belastet. Bereinigt um diesen Effekt ging der Quartalsüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter um mehr als ein Viertel auf 162 Millionen Euro zurück.

Angaben von Konzernchef Kasper Rorsted zufolge kommen sowohl das Sparprogramm als auch die Integration des US-Klebstoffherstellers National Starch schneller voran als geplant.

Der Vorstand hob die Ziele für 2009 zu den Einsparungen beziehungsweise Kostenvorteilen um jeweils 25 Millionen Euro an. Die Resultate würden ebenfalls helfen, die Folgen der Wirtschaftskrise abzufedern. "Wir sind der festen Überzeugung, dass 2009 kein verlorenes Jahr sein wird", betonte Rorsted. Henkel halte an den langfristigen Finanzzielen fest.

Eine konkrete Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr wagte er zwar erneut nicht. Die Anleger an der Börse waren aber insgesamt positiv überrascht: Die im Dax notierten Vorzugsaktien legten um mehr als fünf Prozent zu.

Im zweiten Quartal profitierte Henkel vor allem von günstigen Rohstoffpreisen, die im Nachgang zur Ölpreisentwicklung spürbar gesunken waren. Der Handel habe zwar Preisnachlässe gefordert. Henkel habe die Preise aber nicht gesenkt, sondern bei einzelnen Produkten mit größeren Aktionspackungen oder aber limitierten Auflagen von besonderen Produktvarianten reagiert.

Adidas leidet unter der Konsumflaute

Nach einem drastischen Gewinnrückgang will Europas größter Sportartikelhersteller Adidas in der zweiten Jahreshälfte wieder Boden gutmachen. "Wir glauben, dass das Schlimmste vorüber ist", sagte Konzernchef Herbert Hainer.

Zwar wisse niemand genau, wann die Krise überstanden sei. Doch im zweiten Halbjahr wolle Adidas wieder "signifikant profitabel" sein, auch wenn die Vorjahreswerte nicht erreicht würden.

Der Konzerngewinn verringerte sich im zweiten Quartal um 93 Prozent auf neun Millionen Euro. Das Betriebsergebnis sank um 66 Prozent auf 72 Millionen Euro. Der Umsatz lag mit 2,46 Milliarden Euro währungsbereinigt um acht Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Marken Adidas und Reebok verloren jeweils neun Prozent, während die Golfmarke TaylorMade-Adidas Golf leicht zulegte.

Hainer sagte, Adidas habe den Konjunkturabschwung und die sinkenden Konsumausgaben zu spüren bekommen. Die Finanzergebnisse entsprächen aber genau den Prognosen vom Mai oder seien sogar leicht besser. "Daher bin ich zuversichtlich, dass wir die Talsohle in unseren Finanzergebnissen dieses Jahr durchschritten haben."

Im ersten Halbjahr sank der Konzerngewinn um 95 Prozent auf 13 Millionen Euro. Der Umsatz verringerte sich währungsbereinigt um sieben Prozent auf 5,03 Milliarden Euro. Rückgänge verzeichnete die weltweite Nummer zwei hinter Nike in allen Regionen außer Lateinamerika. In Nordamerika hätten sich die niedrigere Nachfrage und der Abbau von Überbeständen bemerkbar gemacht. In Europa hatte zudem 2008 die Fußball-Europameisterschaft für starke Werte gesorgt.

Electronic Arts: Zehnter Quartalsverlust in Folge

Der Computerspiele-Hersteller Electronic Arts hat schon das zehnte Quartal in Folge Verlust gemacht.

In den ersten drei Monaten seines Geschäftsjahres 2009/2010 machte das US-Unternehmen ein Minus von 234 Millionen Dollar (162 Millionen Euro), wie Electronic Arts mitteilte.

Der Verlust war damit doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal. Auch der Umsatz brach deutlich um 20 Prozent auf 644 Millionen Dollar ein. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Electronic Arts aber insgesamt mit einem Gewinn.

Im abgelaufenen Vierteljahr war Electronic Arts nach eigenen Angaben besonders erfolgreich mit den Spielen "Sims 3" und "EA Sports Active" für die Spielkonsole Nintendo Wii sowie "Fight Night Round 4" für Playstation und Xbox.

Das Unternehmen, das Ende 2007 durch die Fusion von Vivendi Games und Activision zum neuen Konzern Activision Blizzard vom ersten Platz der Spieleanbieter verdrängt wurde, setzt zudem auf Computerspiele fürs Handy: In diesem Segment sei Electronic Arts Marktführer und habe den Umsatz um 14 Prozent gesteigert, erklärte das Unternehmen.