Sportartikelhersteller:Adidas verstört die Anleger

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Der Sportartikelhersteller Adidas verbucht drastische Verluste im ersten Quartal. Die Aktien brechen ein.

Drastischer Absturz: Der Gewinn des Sportartikelherstellers Adidas ist im ersten Quartal um 97 Prozent eingebrochen.

Miese Zahlen bei adidas: Der europäische Branchenführer muss im ersten Quartal 97 Prozent Gewinneinbruch verkraften. (Foto: Foto: AP)

Der europäische Branchenführer verdiente damit nur noch fünf Millionen Euro nach 169 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Umsatz sank um 1,7 Prozent auf knapp 2,58 Milliarden Euro. "Wir spüren die Auswirkungen des Konjunkturabschwungs in vielen unserer wichtigen Märkte", erklärte Vorstandschef Herbert Hainer am Dienstag in Herzogenaurach.

Der Konzern will nun sein Restrukturierungsprogramm beschleunigen und auf diese Weise jährlich mehr als 100 Millionen Euro einsparen. Währungsbereinigt verzeichnete die weltweite Nummer zwei hinter Nike auf allen Märkten außer in Lateinamerika teils deutliche Umsatzrückgänge. So sanken die Konzernerlöse in Europa um fünf Prozent, in Nordamerika um 17 Prozent und in Asien um sechs Prozent. Von den Rückgängen waren die Marken Adidas, Reebok und TaylorMade-adidas Golf gleichermaßen betroffen.

Den massiven Gewinnrückgang erklärte Adidas neben dem weltweit schwachen Konsumklima mit Währungseffekten, Restrukturierungskosten sowie höheren Materialpreisen. Hainer erklärte, der Gewinneinbruch habe ihn nicht überrascht. "Die Währungseffekte sind die größte unsichere Komponente", sagte er. Hier spiele besonders die Wertminderung des russischen Rubels eine Rolle.

Neue Struktur im Einzelhandel

Die Restrukturierung umfasst unter anderem den Abbau von weltweit mehr als 1000 Stellen; davon wurde der Großteil bereits umgesetzt. Außerdem wird im eigenen Einzelhandelsgeschäft eine neue Struktur eingeführt. Der Konzernchef unterstrich zugleich, dass es keine Überlegungen gebe, sich von der US-Tochter Reebok zu trennen, die Adidas 2006 für mehr als drei Milliarden Euro gekauft hatte. "Das ist kein Thema für uns" sagte Hainer.

Für das Gesamtjahr 2009 erwartet Adidas, dass der Umsatz währungsbereinigt im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zurückgehen wird. Zur Gewinnprognose sagte Hainer, das Unternehmen wolle im zweiten Halbjahr "signifikant zum Profit zurückkehren", werde aber nicht das Vorjahresniveau erreichen. Nach den schwachen Zahlen führten Adidas-Aktien am Dienstag die Liste der Verlierer im Dax mit einem Minus von 9,36 Prozent auf 26,74 Euro an.

© sueddeutsche.de/dpa/kaf/hgn - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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